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Jesus Volt - Saarbrücken, Am Schloss - 02.08.2009

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Wenn sich eine Band JESUS VOLT nennt und ihre Alben mit "Hallelujah Motherfuckers" betitelt, braucht sie sich nicht zu wundern, wenn der alte Griesgram da oben sich ob solcher Blasphemie erzürnt. So endete JESUS VOLTs Konzert am Saarbrücker Schloss in einem infernalischen Wolkenbruch, allerdings erst während der dritten Zugabe. Wahrscheinlich hätten die Jungs ansonsten "Überstunden" machen müssen - Saarbrücken lag ihnen zumindest zu Füßen und hätte den vier Franzosen zumindest eine vierte Zugabe "'rausgeleiert"...Jesus_Volt_Lord_Tracy
Hell yeah!! Wer die zauselig-altersschwachen ZZ TOP mit ihrer müden Show unlängst in Mainz "bestaunen" konnte, war sich sicher: mit JESUS VOLT standen ihre amtlichen Nachfolger auf der Bühne. Nun weiß' das hierzulande noch keiner - deshalb: wenn die Jungs 'mal bei Euch in der Nähe auftreten sollten - HINGEHEN! Soll mir keiner hinterher kommen und sagen, er hätte nix gewußt...

Wer hatte Jesus eigentlich auf den elektrischen Stuhl genagelt? JESUS VOLT liefern den diabolischen Soundtrack zur Beantwortung dieser Frage. Dreckiger, raubeiniger Blues mit jeder Menge richtig bösem Rock'n'Roll und dazu  -man kommt ja schließlich aus Frookreisch-  einige funkig-rappige Elemente. Am schärfsten kommen diese immer wieder eingesetzten leicht "doomigen" Passagen, die die Hörer  -auch in Saarbrücken-  in hypnotische Trance zu versetzen verstehen.
Die drei Studioalben, die die "Pariser" in den zehn Jahren ihres Bestehens hervor gebracht haben, sind dagegen wesentlich spröder als ihre Live-Performances, die regelmäßig orgiastische Züge annehmen. Dem interessierten Leser sei deswegen zum Einstieg das Live-Album "Hallelujah Motherfuckers" empfohlen, das wir in Kürze hier vorstellen werden.

JESUS VOLT stiegen [wenn ich das richtig gehört hatte] mit dem "Jungle Blues" eher verhalten in ihr Set, um dann mit einigen Boogie-Abfetzern, die ZZ TOP als Rentnerband zu deklassierenJesus_Volt_Lord_Tracy verstanden, den Schlosspark langsam aber stetig an den Siedepunkt zu führen. "Only the devil" war so ein Knaller, der es locker mit "La Grange" oder dem "Tush" der Bärte aufnehmen könnte. Herzstück des Sound der Vier war und ist aber die Talkbox, die Sänger "Lord Tracy" exzessiv einsetzte. Damit verfremdete er nicht nur seine Stimme oder baute Echo-Effekte ein. Nein, seine Blues-Harp spielte er ebenfalls über das Teil, sodass man oftmals an die Sounds des legendären Synclavier's erinnert wurde. Diese Klangfarben kamen dann in den hypnotischen Jams besonders gut im Gesamtsound zur Geltung. Hier ist vor allem der vielleicht beste Song des Sets, "Hometown Blues" zu nennen: Ein extrem "doomiger" Viertelstünder, bei dem Lord Tracy Stimme und Harp via Talkbox sehr experimentell verfremdete.
Gitarrist "El Tao", ein Poser par Excellence, agierte  -ebenfalls äußerst ungewöhnlich-  auf einer mit Mikros abgenommenen abgenommenen Gibson-Acoustic, die über eine ganze Batterie von Effektgeräten lief und ebenfalls mit skurilen Sounds zu glänzen wusste. Bei den härteren Nummern schnallte er sich allerdings dann doch eine standesgemäße Fender Strat um. Beim funkigen "Jig up and down" erhielt er seinen verdienten Auslauf...Jesus_Volt_Mr_Tao
Der neue Bassist "Julienass", die erste Umbesetzung in der zehnjährigen Bandhistorie, spielte eher unauffällig - sein Partner in der Rhythm-Section, "Magic Doudous", setzte sich dafür umso eindrücklicher in Szene. Sein minimalistisches Drum-Kit hatte er durch ein E-Pad aufgewertet, dass zumeist in den rappig-funkigen Passagen zum Einsatz kam.
Der Slow-Blues "Creeping Kingsnake" glänzte erneut mit seinem rauen, an ZZ TOP erinnerndem Charme  [deren "Fool for your stockings" kam einem unwillkürlich in den Sinn]   und versetzte Saarbrücken in angenehmste Trance. "Jesus gonna be here" vom Debüt-Album erwies sich als das erwartete doomige Highlight und mit dem "Conservative Jackass Blues" beendete JESUS VOLT mit einem richtigen "bad ass" Killer ihr umjubeltes Set.
Aber die Rock'n'Roll Damnation war noch lange nicht zu Ende: Insgesamt drei Zugaben forderten die restlos begeisterten Fans ein. Vor allem der wilde Rock'n'Roll-Reißer "The Cornbread" mit seinen unverblümten sexuellen Anspielungen erreichte ekstatische Dimensionen. Reichlich genial die MUDDY WATERS-Hommage "Mannish Boy", die Passagen des Klassikers "Hoochie Coochie Man" geschickt mit modernen Rap-Einlagen verwob. Der olle MUDDY wäre begeistert gewesen - definitiv!

FAZIT: Ich leg' mich da ziemlich fest - JESUS VOLT waren DAS Highlight der diesjährigen "Sonntags ans Schloss"-Saison. Was soll da jetzt noch nachkommen? Ein hammer-harter BIG BOOM BANG war das am vergangenen Sonntag... und das auch noch auf nüchternen Magen ;-)) Cheers!!

 

Jesus_Volt_Magic_Doudous

 

Die Bildergalerie zeigt die Konzertpix von Jochen Siess, Saarbrücken! Wir danken Dir, Jochen - you ROCK !!

 

 

Steve Braun (Info)

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