Harte Musik aus Deutschland gibt es gar nicht mal so wenig. Aber deutsche Texte sind eigentlich eine Seltenheit. Um so interessanter wirkt "Herzblut" auf den ersten Blick.
Bosco versuchen sich in modernem Rock mit groovenden Gitarren, leichter Nu Metal Schlagseite, typischer Laut/Leise Dynamik. So weit nix Neues, könnte für Anhänger des Genres aber einiges bieten, oder?
Nicht unbedingt. Die Gitarren braten streckenweise sogar ganz gut, wenn auch nicht sonderlich originell. Wie oft hat man solche Riffs schon gehört? Klar, es handelt sich hier um ein Debüt einer jungen Band, da kann man schonmal ein Auge zudrücken. Schnell wendet man sich den Texten zu. Doch leider Fehlanzeige. Alles altbekannt, nervende Teenie Probleme werden besungen, verpackt in unbeholfene Worte. Kleiner Höhepunkt bei Verlieren in falschem Deutsch: "Helf mir, die Nacht zu überstehen". Au weia.
Ok, musikalisch simpel, aber immerhin ordentlich produziert, Texte können auch nicht punkten. Wie steht es mit dem Gesang? Hier tritt nun das größte Manko von "Herzblut" auf: Birger Scholz Gesang zerrt bereits nach wenigen Tracks gehörig an den Nerven. Vor allem diese seltsamen Schluchzer-Laute vor fast jeder Gesangszeile machen nach kurzer Zeit aggressiv. Ansonsten weden die spärlichen Melodien auch eher unbeholfen runtergebetet.
FAZIT: Satte Produktion alleine hilft nicht, um musikalisch punkten zu können. Simpel Riffs, ausgelutschte pseudo-emotionale Texte und eine gruselige Gesangsleistung lassen einen schnellstmöglich nach der Skip Taste tasten.
Wie heißt es am Ende von Track Numero 2 so schön? "Jo, langt!". Genau.
Erschienen auf www.musikreviews.de am 02.02.2008
Kay
Birger, Kay
Birger
Gunnar
Locomotive Music
38:58
2004