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Music Station: Shaping

Stil: Progressive Rock

Cover: Music Station: Shaping

Das Dream-Theater-Syndrom mal anders: dass der Sänger der Vater der Instrumentalisten sein könnte, erinnert an die Konstellation zu Debützeiten der New Yorker. Auch für Edguy-Tobias könnte Pavlin Manev verantwortlich sein. Dessen übertriebenes Geoff-Tate-Timbre hat mir das Hören von Queensryche verdorben, und leider ist es auch bei Music Station stets präsent. Schade eigentlich, da das gelegentliche Ziehen der tieferen Register weniger affektiert ist und dennoch zur Musik passt, ist man von dieser - eindeutig mit dem berühmten Paradoxon „klassischer Prog“ titulierbar - solche Heulbojen doch an für sich gewohnt.
Dass anspruchsvoller Rock seit jeher gerne in Osteuropa getragen wird ist nichts Neues, so dass die Qualität des vorliegenden Stoffes (Aufnahme, Instrumentalstandard) nur angesichts der Jugend seiner Initiatoren überrascht. In ihren Zwanzigern sind sie bereits gefragte Studiocracks in der bulgarischen Heimat.
So tönen Music Station vereinzelt auch souverän im negativen Sinne, eben wie man es von typischen Musicians-by-call gewohnt ist. Positiv fallen dabei allerdings die leichtgängigen technischen Finessen auf, die natürlich eingeflochten sind: Virtuosität spielt sich stets auf subtiler Ebene ohne Selbstgefälligkeit ab. Zwar produziert das Soundmodul des Keyboarders gängige Flächen und Soli (Hammond, diverse Synthies), doch die Saitenarbeit begeistert dafür umso mehr, etwa mit Steve-Morse-Zitaten und nicht den weitverbreiteten einfallslosen Stakkatorhythmen. Demnach bleibt der Metallgehalt dieser Mischung unter einem Grenzwert, der sie auch der Melodic-Fraktion schmackhaft machen könnte. Insbesondere die Refrains halten die Überlänge-geplagten Ohren bei der Stange - wie gesagt: wenn auch der Gesang wie beim Rausschmeißer etwas mehr Dreck vertragen könnte. Die Stimme berührt einfach nicht und trägt zur allgemeinen Abgeklärtheit bei.

FAZIT: Die Glätte des Materials von Music Station fühlt sich durchaus angenehm, wenn auch bisweilen etwas kühl an. Einem solch hochwertigen Vortrag lauscht man dafür aber nicht häufig. Fehlende Originalität soll daher dem generell positiven Eindruck nichts abbrechen – dann wäre das "Shaping" auch versaut...

Punkte: 9/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 28.01.2008

Tracklist

  1. Intro
  2. Shaping
  3. After Twilight
  4. Home
  5. Past
  6. Alone
  7. Painting Souls
  8. Inside
  9. Night Dreams
  10. Gamble Away

Besetzung

  • Bass

    Bobby

  • Gesang

    Pavlin Manev

  • Gitarre

    Ventzi Velev, Jordan Donov

  • Keys

    Boris Zashev

  • Schlagzeug

    Radoslav Haralampiev

Sonstiges

  • Label

    UBP International

  • Spieldauer

    59:07

  • Erscheinungsdatum

    2004

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