Die Truppe um den MSG-Sanges-Barden Gary, einst von der britischen Presse als Retter der heimischen Rockszene abgefeiert (was heute jeder zweiten Inselband widerfährt), begeistert sogar gestandene Old-School-Metaller wie die Macher des Snakepit-Magazins – was ist also an der Band und ihrem Quasi-Comeback dran?
Im Booklet werden zunächst einmal Hair-Crimes begangen. Soll die Frisurenkombination von bieder-altmodisch und struppig-modern etwa ein Verweis auf die Musik sein? – Keineswegs, denn Anbiederungen an den Zeitgeist liegen keine vor. Stattdessen machen Statetrooper im Stile ihres Debüts weiter: Hard Rock an der Grenze zu Seichterem, jedoch äußerst abgeklärt dargeboten – man merkt, dass die Knaben sich während der langen Pause keine musikalische Auszeit gegönnt haben. Weiterentwickelt haben sie sich allerdings auch nicht, was den Altfan umso mehr verzücken dürfte. Texte über Frauengeschichten scheint es noch nicht genug zu geben – hier findet man Nachschub für den heimischen Herzschmerz.
Love Lies Bleeding ist dann der obligatorische Balladentiefpunkt, während D.O.A. – tot oder lebendig – darauffolgende keine Gefangenen macht und gut losrockt. Gelungen sind auch die Chöre, welche die Refrains noch eingängiger machen, denn darum geht’s bei derartiger Musik, oder? – Deshalb greift man auch auf bewährte Klischeewendungen und Arrangements zurück. Trotzdem ist "The Calling" aber ein besserer Vertreter seiner Gattung.
FAZIT: Nicht nur die gepfiffene Melodie in Marionettes weckt Erinnerungen an die Scorpions, auch mit dem Rest könnte deren Anhängerschaft warm werden. Sammler von Sounds aus dem Schenker-Umfeld und Nostalgiker machen sicher mehr Wind um die Rückkehr von Statetrooper, die restliche Musikwelt sieht sich anderweitig um...
Erschienen auf www.musikreviews.de am 01.02.2008
Jeff Brown
Gary John Barden, Jeff Brown
Jeff Summers, Martin Mikkels
Bruce Bisland
CIC Records
47:51
2004