Das Trio aus Bologna servierte bereits vor einigen Jahren ihr Debüt mit den Namen "Ki" und betitelte seinen Musikstil schon damals mit einigem Augenzwinkern als 'Psychophonic Oblique Rock". Oblique - schräg - ist hier tatsächlich einiges, aber nicht unbedingt immer im negativen Sinne. Aber der Reihe nach.
Das Erstlingswerk wußte noch nicht so recht zu überzeugen. Schwer verdauliche Klang Collagen und zerfahrene Songstrukturen wollten nicht so recht Laune aufkommen lassen. Doch jeder hat das Recht auf eine zweite Chance ...
Grundsätzlich sind die Italiener ihrem Stil treu geblieben. "Prismosfera" verbindet Prog Rock mit Jazz und einem kleinen Schuß Elektronikspielerei.
Die Songs sind mal sonnig relaxed (Onda Beta), mal grotesk freakig (Bahnhofstrasse), etwas düster-verstörend mit klasse Gitarrenläufen (Xetrov 5) oder einfach durchdachte Wohlfühl-Soundscapes, immer wieder aufgelockert durch flotte Rhythmen und interessante Breaks.
Wer noch nie ein Freund von reinen Instrumental Alben war, wird aber mit Stereokimono gewiß nicht bekehrt werden.
FAZIT: Von versierten Händen eingespielte Prog-Jazz Nummern, die sich aber eher in entspannteren musikalischen Himmels-Sphären als in düsteren Soundscape-Sümpfen herumtreiben. Vor allem gegenüber dem Debüt positiv: Das Gitarrenspiel ist diesmal deutlich gelungener und trägt einiges zum Wiederkennungswert der Stücke bei. Prog Rocker und Hobby Jazzer zugreifen - alle anderen lassen lieber die Finger davon.
Erschienen auf www.musikreviews.de am 01.02.2008
Alessandro Vittorio
Antonio Severi
Alessandro Vittorio, Antonio Severi
Antonio Severi, Cristina Atzori
Immaginifica
54:28
2004