Die Fakten sind schnell zusammengezählt: Stormrage spielen traditionellen Metal, die Riffs bewegen sich potent eingespielt zwischen zweckdienlich, thrashig bis langweilig, die Double Bass donnert ganz annehmlich im Hintergrund, Soli sind technisch einwandfrei in Szene gesetzt, der gewisse Funken Inspiration will aber nicht so richtig überspringen, die meisten Songs kriechen in hymnenhaftem Midtempo durch die Boxen.
Melodien mit Widerhaken fehlen leider, zwischendurch ziehen Stormage das Tempo an, akustische Zwischenpielchen flutschen zum einen Ohr rein, zum anderen wieder raus, sehr schade, denn so kann durchaus Spannung aufgebaut werden. Heiko Heselers Gesang ist kräftig, Mickey Mouse Kopfstimme bleibt eingepackt, welch ein Segen, die aggressiven Parts wirken immer etwas mühselig intoniert, manchmal liegen die Melodien (gewollt?) etwas neben der Spur.
FAZIT: Genügend spieltechnisches Potential steckt in dieser Band allemal. Nur das gewisse Händchen für gute Songs fehlt irgendwie. Die vierzehn Kompositionen wollen einfach nicht zünden, im Gegenteil: Nach spätestens der Hälfte des Albums geht einem die Eintönigkeit ein wenig auf die Nerven. Klar, Anhänger dieser Musik wollen deftigen musikalischen Eintopf mit ner dicken Wurst drin, ein paar Bier und auf Konzerten die Rübe schütteln … aber ein Funken Inspiration und Unvorhersehbarkeit kann doch selbst dem eingefleischtesten Traditionalisten wirklich nicht so weh tun …
Punkte: 6/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 01.02.2008
Dirk Heggemann
Heiko Heseler
Hugo Fromm, Heiko Heseler
Alberto Stumpf
STF-Records
60:12
2005