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Strapping Young Lad: The New Black

Stil: Metal

Cover: Strapping Young Lad: The New Black

Devin Townsend gehört bekanntermaßen zu den hyperaktivsten Metal-Workaholics dieses Planeten – daß der Kanadier es dabei immer noch schafft, gute Qualität abzuliefern, ist schon ein halbes Wunder. Kaum hat man das gemäßigtere „Synchestra“ verdaut, geht es mit „The New Black“ ganz STRAPPING YOUNG LAD typisch wieder mehr in Richtung derbes Geprügel, mal wirr, mal virtuos.

„Decimator“ bolzt mit fettem Groove in die Magengrube, leicht orchestrale Keyboards versehen den Sound mit eher dezentem Bombast, Devin singt klar und mit gewisser Eingängigkeit, im letzten Drittel ziehen die Drums an und pressen den Hörer mit dreifacher Erdbeschleunigung in dem Sitz, bevor das Tempo wieder schleppend ausbremst und düsteres „SYL“ Gebrüll gepaart mit Bombenalarm-Heulen Endzeitgefühle heraufbeschwört.

„You Suck“ prügelt wieder hysterisch drauflos, als wäre der Leibhaftige hinter den Musikern her, Devin schreit und brüllt und kreischt wie besessen, man sieht den kleinen Irren beinahe dabei, wie er mit Zwangsjacke durch seine Gummizelle hüpft. Bevor das ganze eintönig wird, laufen halsbrecherische Gitarren Solo-Spalier und mächtige Grunz-Chöre überdecken das im Hintergrund ablaufende Double Bass Gemetzel. Klingt krank? Ist es auch.

„Antiproduct“ geht etwas vom Gaspedal, kommt mit Bläser-Einsetzen und Bigband Einflüssen nicht minder verrückt; die weiblichen, geisterhaften “ah-ah-ahs“ könnten dem Soundtrack alter Comicverfilmungen entsprungen sein.

Schnell wird klar, daß STRAPPING YOUNG LAD sich selbst nicht zu ernst nehmen – und das ist auch gut so, die Verbindung aus Humor und heftigem Geballer erinnert ein ums andere mal an das Psycho Projekt ZIMMER´S HOLE (man lausche nur „Monument“ und „Hope“), an denen ja auch Bassist Byron Stround und Gitarrist Jed Simon beteiligt sind.

Trotz aller Heftigkeit können STRAPPING YOUNG LAD mit jeder Menge Eingängigkeit aufwarten, manchmal muß man die Melodien in dem Soundinferno regelrecht suchen, manchmal sind sie schon nach dem ersten Hördurchlauf transparent, wie z.B. bei den pathetischen, beinahe schon opernhaften Gesängen bei „Wrong Side“ und „Far Beyond Metal“ – Devin Townsend würde einen besseren Melodic Metal Sänger abgeben als so manch anderer Vertreter dieses Genres.

FAZIT: Typische SYL Kost, diesmal neben all dem Geprügel noch eingängiger. Spieltechnisch perfekter Thrash/Death/Metal Mix für alle, die es gerne „krank und geil“ mögen, um mal einen Kollegen zu zitieren, der das letzte Album der Kanadier mit diesen Worten so treffend zu umschreiben wußte. Sehr unterhaltsam, obwohl die Aufmerksamkeit nach 30 Minuten Spielzeit langsam zu erlahmen droht.

Punkte: 10/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 27.01.2008

Tracklist

  1. Decimator
  2. You Suck
  3. Antiproduct
  4. Monument
  5. Wrong Side
  6. Hope
  7. Far Beyond Metal
  8. Fucker
  9. Almost Again
  10. Plyophony
  11. The New Black

Besetzung

  • Bass

    Byron Stroud

  • Gesang

    Devin Townsend

  • Gitarre

    Devin Townsend, Jed Simon

  • Keys

    Willy Campagna

  • Schlagzeug

    Gene Hoglan

  • Sonstiges

    Devin Townsend (Computer), Willy Campagna (Samples)

Sonstiges

  • Label

    Century Media

  • Spieldauer

    42:45

  • Erscheinungsdatum

    2006

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