Die Band aus Chicago ist einer der AOR-Dinos, mit dessen Musik ich nie so richtig vertraut war. Vielleicht hat er sich aber durch die Auflösung in der Hochphase des eigenen Sounds im Jahre 1984 auch einfach nur der Relevanz entzogen. Und die Rückkehr in den Neunzigern lief ja eher neben der Allgemeinheit ab. Bei näherer Betrachtung kenne ich auch keine bekennenden STYX-Fans. Nun gut, geben wird es sie dennoch und in erster Linie für diese könnte diese Veröffentlichung gerade noch interessant sein, erfahren sie hier doch bekannte Songs ihrer Lieblinge im neuen Gewand.
"Styx & the Contemporary Youth Orchestra", so der komplette Titel dieses Musikerkonglomerats, das im Mai diesen Jahres in Cleveland Auszüge aus dem umfangreichen Schaffenswerk der ehemaligen Stadiongröße als orchestrale bzw. Big-Band-Versionen zum Besten gegeben hat. Obwohl nicht intensiv mit diesem vertraut, bemerkt der oberflächliche Hörer hier, wie so häufig bei solchen Alben, dass er letztlich mehr Songs der Band kennt, als er vorher vermutet hätte. Neben dem obligatorischen "Boat On The River" wären das zum Beispiel "Too Much Time On My Hands" oder "Fooling Yourself".
Dennoch: Um die Band wieder in Erinnerung zu rufen, wäre eine richtige STYX-Best-Of mit den Originalversionen wohl wesentlich effizienter gewesen. Nicht nur, weil hier "Mr. Roboto" vom 1983er Konzeptalbum "Kilroy Was Here" verwerflicherweise fehlt, sondern auch, weil das enthaltene Programm auch mit Coverversionen (neben BEATLES' "I Am The Walrus" den HUMBLE PIE-Klassiker "I Don´t Need No Doctor", den der Hardrocker wohl vor allem von W.A.S.P. kennt) und neuen, unspektakulären Songs aufgefüllt wurde. Dass mit der schnarchigen Ballade "Just Be" einer davon mittendrin als Studioversion auftaucht, mutet auch sehr merkwürdig an. Hinzu kommt dann noch, dass sich eine symphonisch-klangstarke Orchesteratmosphäre nie wirklich einstellen will, denn dass hier 115 Musiker sowie ein 60-köpfiger Chor am Werk waren, hört man aufgrund des äußerst dünnen Sounds doch viel zu selten.
FAZIT: Als Liveerlebnis hat das hier Gehörte sicherlich seinen Reiz, allerdings geht davon vor der heimischen Anlage mächtig viel verloren. So bleibt für den Kenner kaum mehr als eine nette Ergänzung der Fan-Kollektion, während es als Übersicht über das Schaffen der Band bestimmt bessere Alternativen gibt.
Erschienen auf www.musikreviews.de am 01.02.2008
Ricky Philips, Chuck Panozzo
Tommy Shaw, James "JY" Young, Lawrence Gowan
Tommy Shaw, James "JY" Young, Ricky Philips
Lawrence Gowan
Todd Sucherman
Tommy Shaw (mandolin)
Frontiers Records
74:02
2006