Auch wenn erneut alle Klischees bemüht werden und die Plattenfirma die ultimative Band ankündigt, sind SOUTHERN VOODOO eine Truppe unter vielen, und dennoch eine gute im Bereich des Arschtreter-Rock.
Gleich der Opener tönt mächtig nach „Ace of Spades“, doch im Plattenverlauf haben diese Voodoopriester mehr anzubieten, als nur punkiges Gerödel, zumal sie sich wohl im weniger knarrenden Soundgewand auch absichtlich mehr Möglichkeiten offen halten. Wäre die Stimme nicht so verraucht, ginge Stück vier als feine Indie-Nummer durch, allerdings dürften die „soulful female vocals“ und der Orgeleinsatz den bescheitelten Studenten wohl zu heiß und fettig sein. Ferner lassen die Backyard Babies grüßen, als sie langsam zu gebügelteren Klangteppichen wechselten. „Go Go Racing“ swingt, während “Space Cowboy” erneut in Uptempo-Territorien abhebt. Toll ist “Little Drama Queen”, welches als Achtelpunker beginnt, eine spielerisch regelrecht ausgefeilte Bridge beinhaltet (cooler melodischer Bass) und ein wildes Finale anschließt.
Solos gibt es nicht wenige, was sich schließlich so gehört. Bisweilen, wie im Stomp von „Random Night“, wird alles ein wenig zu stereotyp, doch derlei Austauschbarkeit liegt in der Genrenatur. Was will der Fan also mehr? – Na ja, eigentlich möchte er sicher weniger von all diesem Schweinerock, der nie die Kommerzspitze erklommen hat, aber dafür konstant mit Releases am Markt präsent ist (herrje, was für Businessgeschwätz...), die sich gegenseitig nicht viel nehmen. So ist das auch bei SOUTHERN VOODOO der Fall.
FAZIT: Die millionste Rotzrock-Platte ist auch keine schlechte. Die Zielgruppe – und nur die – wird es freuen. Alle anderen können sich ohne Szenezwang zum Alles-Kaufen an guten Musikern erfreuen, über Klischees lachen und freudig mit den hier gezockten Ohrwürmern abhotten. Mehr Bier als Kiffen...
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 01.02.2008
Jeem Taloen
Dominique DeVos
Dominique DeVos, Pieter Minne
Stef DeRijck
Apache
45:08
2007