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Spheric Universe Experience: Anima

Stil: Progressive Metal

Cover: Spheric Universe Experience: Anima

Progressive Metal im Jahr 2007 klang nie berechenbarer. Wo selbst Dream Theater auf hohem Niveau stagnieren und unsäglich bei Hetfield und Kompagnons abkupfern, nimmt sich das Kleinvieh einmal mehr den Sound der New Yorker, um etwas gar nicht Eigenes zu verbrechen.

SPHERIC UNIVERSE EXPERIENCE spielen härter auf als auf dem namenlosen Vorgängeralbum: Gitarrendruck mit präsentem, nicht verwässerndem Keyboard. In „Sceptic“ klingt das auch durch den aggressiven Gesang fast nach amerikanischem Powerthrash; nur der melodieverliebte Chorus (mit förmlich sichtbar ausgestreckter LaBrie-Zunge) im breiten Format macht erneut klar, wo wir uns befinden...Frickel-Frackel-Bridge, und schon ist man angekommen beim Status Quo des Genres Prog, nicht aber bei fortschrittlicher Musik. Dennoch klingt diese Band weniger konstruiert als etwa die emotional heftig verkühlten Primary, weniger gewollt auf Konzept gebürstet als kürzlich Mindflow. Das bisschen Pain Of Salvation in Form von den Schweden ähnlichen Pianoparts teilen SPHERIC UNIVERSE EXPERIENCE übrigens mit den zuletzt genannten Brasilianern, so dass „Stormy Dome“ bisweilen an „Inside“ erinnert.

Die verschiedensprachigen Einschübe von Gaststimmen sind nett, wie auch die Aufmachung geschmackssicher und angemessen dunkel geraten ist. Textlich wie musikalisch geben sich SPHERIC UNIVERSE EXPERIENCE keine Blöße, geizen aber mit Reizen in Form von Stücken, die mehr als reine Pflicht erfüllen und die Kür der Langlebigkeit besitzen. Erschreckend, wie bei solch langer Spielzeit kaum ein Chorus haften bleibt, kaum eine vermeintlich ausgefuchste Idee als smarter Schlenker angesehen werden kann... Die Band reiht sich hiermit in die Galerie Gleichgesinnter und nur zu Recht der Vernachlässigbarkeit anheim fallender Combos ein. Innovativ muss es nicht immer sein – auch im Progressive Metal nicht. Wer aber anständig produziertes und auch so umgesetztes Einerlei ohne Mehrwert bietet, der muss sich nicht wundern, weder verrissen noch bejubelt zu werden. Schade um das Potential dieser Musiker – zu sagen haben sie nichts; es sei denn, man attestiert auch einem Beo eigenen Sprachgeist.

FAZIT: Genre-Prog der härteren Gangart, der sich im Albumverlauf wie so oft zerfasert und den nach Frische stöbernden Musikhörer nicht böse macht, aber genauso wenig für Aha-Erlebnisse sorgt - Profession und Handwerk; künstlich, aber heuer keine Kunst (mehr).

Punkte: 8/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 25.01.2008

Tracklist

  1. Sceptic
  2. Being
  3. The Inner Quest
  4. Neptune´s Revenge
  5. Stormy Dome
  6. World Of Madness
  7. End Of Trauma
  8. Heal My Pain
  9. Questions
  10. The Key
  11. Black Materia

Besetzung

  • Bass

    John Drai

  • Gesang

    Franck Garcia

  • Gitarre

    Vince Benaim

  • Keys

    Fred Colombo

  • Schlagzeug

    Ranko Müller

Sonstiges

  • Label

    Sensory/Alive

  • Spieldauer

    62:47

  • Erscheinungsdatum

    2007

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