Der Sänger der britischen Sleazerocker THE QUIREBOYS wird wohl sein Leben lang mit den Vergleichen zu Rod Stewart (für die Jüngeren: das ist der mit "Sailing") leben müssen. Zumindest ich muss wie schon früher bei seiner Hauptband, mit der er seit einigen Jahren auch wieder aktiv ist, durch seinen Gesang sofort wieder an den mittlerweile in die Jahre gekommenen Frauenhelden denken (der ja aber schon seit längerem lediglich noch als Strandtaschenträger irgendwelcher Quotenblondinnen von sich Reden macht). Die Ähnlichkeit zu seinem älteren Landsmann ist aber weiterhin kaum von Nachteil, denn solch eine Reibeisenstimme wie Spike muss man erstmal haben und außerdem sprach er mit seiner Band schon immer die etwas härtere und verruchtere Rock `N´ Roll-Community an.
Obwohl auf dem aktuellen Rundling noch so einiges an die erfolgreichen Tage mit seinen "Jungs" erinnert, wie etwa der kernige Blues in "Rise Above" (THE BLACK CROWES lassen ebenfalls grüßen) und das Honky Tonk-Piano bei "Be Good To Yourself" und dem Banjo-Westernsong "Won´t Ya Stick Around", präsentiert sich Spike bei seinem zweiten Alleingang (nach "God´s Hotel" von 1998) insgesamt doch wesentlich ruhiger und nachdenklicher als im Bandgefüge; was nicht heißt, dass nicht auch hier selbst in den langsamen Tracks noch mächtig viel nach Whisky pur und Stangentabak klingt.
Gleich der verträumte Hammondrocker "Have A Drink With Me" zu Beginn gibt in etwa die gemäßigtere Richtung vor, nach dem entspannten Gitarrensong "Wins, Ties And Losses" zeigt sich die Interpretation der SLADE-Ballade "Everyday" ebenfalls sehr tiefschürfend, bei den Herzschmerznummern "Without You" und "I´m In Love With You" sagen die Titel schon alles und so erweist sich der Großteil der Songs gerade zum Ende hin als Balladenstoff. Das ist auf Dauer etwas viel des Guten und über die Länge gesehen scheinen den beteiligten Songschreibern doch ein wenig die Ideen ausgegangen zu sein. Dennoch ist Spikes Stimme hierfür natürlich bestens geeignet und alleine dadurch erfährt hier jeder einzelne Song seinen Reiz.
FAZIT: Was der Engländer mit den rauchigen Stimmbändern uns aus seiner melancholischen Destillery herausreicht, ist wechselweise bestens geeignet für die verquarzte Kellerbar, wie fürs Lagerfeuer. Mit Hardrock hat das Ganze zwar meist nur noch am Rande zu tun, dafür erfreut uns ein ehrliches Pfund erdiger Gefühlsrock.
Punkte: 9/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 01.02.2008
Nigel Mogg, Nick Mailing
Spike
Paul Guerin, Dave Colwell
Keith Weir
Michael Lee, Paul Hornby, Dave Kirkley, Pip
Demolition Records
51:02
2007