Wie zwangsläufig an dieser Stelle (das war auch schon vor anderthalb Dekaden so) die spannende Frage: Wer bringt den ersten blöden Spruch über den Nachnamen? Also, ich nicht *g* - wobei, wenn es dem amerikanischen Sänger hilft, etwas nachhaltiger im Bewusstsein der Hörerschaft zu bleiben... Denn obwohl er schon mächtig lange im Geschäft ist und im nächsten Jahr bereits sein 25-jähriges Albumjubiläum feiert, ist Stan Bush im AOR-Bereich immer irgendwie eine Randerscheinung oder ein Insidertipp geblieben. Das mag daran liegen, dass es trotz einiger kurzfristiger Erfolge (meist mit Soundtrack-Beiträgen) nie für die richtig großen Hits gereicht hat, um im Spiel der Großen namens FOREIGNER, SURVIVOR, JOURNEY & Co. ernsthaft mitzumischen.
Daran, dass der Mann aus Kalifornien über die Jahre hinweg konstant wertige Scheiben abgeliefert hat, ändert das allerdings wenig und so finden sich auch auf seinem mittlerweile zwölften Album (die beiden "Stan Bush & Barrage"-Scheiben mitgerechnet) wieder ein paar Köstlichkeiten für Melodic Rock-Freunde. Einmal mehr eingespielt (und mitgeschrieben) von hochdekorierten Mietmusikern - als da wären Matt Laug (ALICE COOPER, RICHARD MARX, ANASTACIA), Lance Morrison (ALANIS MORRISSETTE, DON HENLEY), sowie Rocket Ritchotte (DAVID LEE ROTH, RICK SPRINGFIELD) mit einem Gastbeitrag bei "Southern Rain" - sind es gerade die kraftvollen Harmoniegroover zu Beginn wie "I´ll Never Fall", "I Got A Thing For You" und "This Moment" (auch wenn mich dort die eingestreuten Keyboardtupfer mit Kirmes-Sound etwas nerven), die zu gefallen wissen. Allerdings zeigt sich trotz der unverkennbaren Vorzüge mit der Zeit auch ein schon früher festzustellendes Problem: Obwohl alle Songs bestens ins Ohr gehen, fehlen einfach die unverkennbar eigenen Merkmale, die nicht nur zur Dauerrotation motivieren, sondern auch bleibende Eindrücke beim Hörer hinterlassen. Viele Melodien, insbesondere bei den Schmachtfetzen, klingen zu austauschbar und vielleicht wäre es besser, wenn sich Bush mal entschließen würde, ein festes Team um sich zu versammeln, um mit diesem durch dauerhaftes Songwriting den eigenen Duktus stärker auszuarbeiten.
FAZIT: Wie gehabt gediegene, aber nicht gehobene AOR-Kost aus dem Hause STAN BUSH. "In This Life" ist sicherlich kein Hauptgewinn für Genrefans, aber zumindest auch diesmal wieder keine Niete.
Punkte: 8/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 26.01.2008
Lance Morisson
Stan Bush
Holger Fath, Rocket Ritchotte
Holger Fath, Dirk Nagel
Matt Laug
Frontiers Records
50:21
2007