Mit ihrem zweiten Studioalbum machen die Stuttgarter New Rocker von stereo.pilot einiges richtig - die Produktion ist gut gelungen, die Gitarre drückt von Track eins an kräftig und auch das Schlagzeug gefällt. Dazu kommt die leicht rauchige, hervorragende Rockstimme von Kai Hölle, dessen Namen nicht bloß auf einen Rocksänger passt wie Arsch auf Eimer, sondern dessen Organ sich auf dem Soundfundament auch hörbar wohlfühlt. Hin und wieder erinnert er dabei entfernt an Pat Lachman (Damageplan) oder gar Layne Staley (Alice in Chains), stimmlich eine reife Leistung!
Aber auch die anderen Musiker haben sich nichts vorzuwerfen, die Songs haben
griffige Strukturen und grooven dabei sehr ordentlich, wobei sie oft an Damageplan erinnern (z.B. Track 8, "Down for Life", sogar mit leicht Dimebag-eskem Solo). Mit "Black Days" und "Open White" sind zwei Semi-Balladen mit gelungenem Akustik-Arrangement am Start. Einzig die teilweise überdeutlichen Dynamikkontraste wie z.B. bei Crash To Come, das mit einem fetten Riff anfängt und in der Strophe dann leider direkt ins Leere läuft, klingen etwas statisch nach New-Rock-Dogma.
FAZIT: Ein rundes Album haben die Stuttgarter da abgeliefert, das zwar noch nicht DEN großen Wurf enthält, aber mit dem richtigen Management sollten die Jungs noch eine lange Karriere vor sich haben. Stereo.pilot würden übrigens hervorragend auf einen Soundtrack der üblichen Verdächtigen wie Van Helsing o.ä. Passen. Also: reinhören, merken, live anschauen!
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 01.02.2008
Antonio Ieva
Kai Hölle
Kriz Weinzierl
Alex Menichini
ModernNoiseRecords/Cargo
58:00
2007