Mal wieder auf ein Cover-Artwork von Rodney Matthews zu stoßen, ist schon mal ´ne feine Sache und ruft u. a. Erinnerungen an selige NAZARETH und PRAYING MANTIS-Zeiten wach; und natürlich auch an so einige MAGNUM-Alben (die Jüngeren kennen ihn dann wohl eher durch seine Arbeit für Allen/Lande). Da verwundert es kaum, dass wir es bei STORMZONE mit einem Vertreter von den Inseln zu tun haben. Konkret kommt die Band aus Nordirlands Hauptstadt Belfast und wenn das aus alten Hasen bestehende Quintett mal nicht gerade ihre sanftere Seite mit STORMZONE auslebt, betätigt es sich noch als IRON MAIDEN-Tributband. Sowohl dort, als auch bei den eigenen Kreationen macht gerade Sänger und Rädelsführer John Harv Harbinson mit seiner hohen klaren Stimme eine ausgezeichnete Figur.
Obwohl "Caught In The Act" dann auch einen unverkennbaren NWoBHM-Sound aufweist, bleibt die Vorliebe der Musiker für die Eisernen Jungfrauen hier aber außen vor. Die Band geht auf ihrem selbsterdachten Erstling wesentlich melodischer zu Werke, und während mir die bei den Einflüssen auftauchenden QUEENSRYCHE und DIO nicht so richtig unterkommen wollen, gereichen die dort ebenfalls genannten PRAYING MANTIS und JOURNEY schon mehr als Hinweis; vor allem bei den frühen Songs wie "Spellbound" (da kommen mir doch glatt noch die TYGERS OF PAN TANG in den Sinn...) und "Hold Onto Her Love" kommt diese Mischung in etwa hin. Für die nötigen Kanten sorgt unterdessen die stark Solo-orientierte Leadgitarre, die mit reichlich Freiheiten bedacht der Band auch in ruhigen Phasen den Verbleib im Hardockgefilde sichert.
Allerdings sind einige Kompositionen wie zum Beispiel die Ballade "Stranger Things Have Happened" (in Manier der frühen EUROPE) doch arg luschig und belanglos ausgefallen. Auch das poprockige "Crying In The Rain" wirkt durch das penetrante Wiederholen des klebrigen Refrains ziemlich einfältig. Die schnelleren Rocker wie "Call Of The Wild" und das sich langsam steigernde "Rock On Through The Night" wissen da wieder wesentlich besser zu gefallen, und bei "Nervous Breakdown" oder "New World" schauen mit DEEP PURPLE und WHITESNAKE weitere Idole der Iren vorbei. Das Ganze wird in schön altbewährter Manier vorgetragen, und es würde mich nicht wundern, wenn die ein- oder andere Songidee schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hätte.
FAZIT: Obwohl in der Songqualität recht schwankend, werden sich bekennende Traditionalisten, eventuell durch das Cover angelockt, kaum enttäuscht von diesem melodischen Hardrockhappen abwenden.
Punkte: 8/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 01.02.2008
Peter Rondo Macken
John Harv Harbinson
Keith Harris
Stevie Prosser
Julian Watson
Escape Music
49:58
2007