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RPWL: The RPWL Experience

Stil: Progressive Rock / Art Rock

Cover: RPWL: The RPWL Experience

Die Musik PINK FLOYDs ist mit RPWL noch immer fest verbunden. Nach der „Ummagumma“ mäßigen Live/Studio-Veröffentlichung mit dem knackig kurzen Namen „9“ lassen die vier Musiker auch auf ihrer mittlerweile zehnten Veröffentlichung keinen Zweifel, welche Band einst zu ihrer musikalischen Erziehung herhalten musste. Eine reine Coverband sind die vier Deutschen schon lange nicht mehr, doch ihre Herkunft können und wollen diese Herren auch auf „The RPWL Experience“ nicht verleugnen.

Mit einem flotten Wechselspiel zwischen fordernd stampfenden Rhythmen und fluffigen, von Akustikgitarren getragenen Gesangspassagen wird der erste und einzige Longtrack eingeläutet. Eine kantig solierende E-Gitarre und puckernd-psychedelische Soundspielereien im Mittelteil durchbrechen den sauberen Schönklang. Textlich geben sich RPWL engagiert, wollen zum Nachdenken anregen, ohne gleich den moralischen Zeigefinger bis ins Hirn hinauf zu bohren. Das erinnert manchmal etwas an die PINK FLOYD aus den frühen Achtzigern – doch geben sich RPWL nicht derart der Lächerlichkeit preis, wie damals Roger Waters mit seinem prätentiös-schwülstigen Weltverbesserungs-Pop auf „The Final Cut“. Das atmosphärisch düstere Dylan Cover „Masters Of War“ gibt sich nicht zum letzten Mal textlich einfach wie engagiert, ein seelenvolles Gilmour-Solo verleiht dem Song Tiefe.

Textlich alles andere als einfältig, doch instrumental und stimmungsmäßig beschwingt kommt „Breath In Breath Out“ daher. Das ist Art Pop im positiven Sinne, wie er auch unprogressiven Zeitgenossen munden könnte. Von ihrer humorigen Seite zeigen sich RPWL bei „This Is Not A Prog Song“, bei dem sie in der Tradition klassischer Rhetorik potentiellen Kritikern Wind aus den Segeln nehmen: “Have you heard that song – the new one is the worst they´ve ever done” – was hier als gutgelaunter Rocksong beginnt, endet am Ende in wildem Geschrei und kontrolliertem Lärm.

Gelungen ist die Symbiose aus eingängigem Art Rock und schwerer verdaulichen Parts, wie beispielsweise beim zittrig-spacigen Synthiesolo im letzten Drittel von „Stranger“ oder den düster-schrägen Ambientparts in der zweiten Häflte von „River“. Grad bei diesem Song ist die Kluft zwischen Mainstream- und Nischenmusik besonders klaffend: Bevor drogenverseuchte Soundscapes die Herrschaft übernehmen, singt Yogi Lang, nur von der Akustischen begleitet, eine wunderschöne, traurig kleine Melodie, die auch dem Otto-Normal-Hörer unter die Haut gehen dürfte.

Als atemlos drängender Rocksong mit einer dicken Portion Medienkritik entpuppt sich „Choose What You Want To Look At“. In tiefe Pink Floyd Sphären taucht am Ende „Turn Back The Clock“ ein: Entspannte Rhythmen, gleichwohl leidenschaftliche als auch relaxte Gitarrensoli, wolkenleichte Keys und ein Gesang, der in seiner warm umgarnenden Melancholie sofort Wohlgefühle aufkommen lässt.

FAZIT: RPWL erschaffen hier ein Art Rock Album, das von stampfenden Rocknummern („Stranger“) über experimentelle Stilübungen („River“) bis zu den erwähnten PINK FLOYD Hommagen ein breites Spektrum an Stimmungen abdeckt und doch jederzeit homogen und in sich geschlossen klingt. Wohlfühlkino für den Kopf mit kritischen Texten.

Punkte: 11/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 17.02.2008

Tracklist

  1. Silenced
  2. Breathe In, Breathe Out
  3. Where Can I Go?
  4. Masters Of War
  5. This Is Not A Prog Song
  6. I Watch Myself Sleeping
  7. Stranger
  8. Alone And Scared (bonus track)
  9. Talk To The River
  10. Choose What You Want To Look At
  11. Turn Back The Clock
  12. Reach For The Sun (bonus track)

Besetzung

  • Bass

    Christian Postl

  • Gesang

    Yogi Lang

  • Gitarre

    Karlheinz Wallner

  • Keys

    Yogi Lang

  • Schlagzeug

    Manni Müller

Sonstiges

  • Label

    InsideOut

  • Spieldauer

    67:02

  • Erscheinungsdatum

    29.02.2008

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