Was für eine Klappsmühlen-Mucke! ROYALE MADNESS feuern dem Hörer auf „In The Frame” zwölf Tracks um die Ohren, von denen kein einziger auch nur ansatzweise an der Drei-Minuten-Marke kratzt und von denen jeder einzelne mit einem derart verrückt hohen Energielevel aufwartet, dass vor dem geistigen Auge in weißen Zwangsjacken steckende Karnickel in gepolsterten Räumen umherspringen, die an einer besonders schweren Form des Tourette-Syndroms erkrankt sind.
Die Gitarren schrammeln rockig, punkig, lärmend, das Schlagzeug kracht hektisch und Christian Rimmerfeldt posaunt seine Gesangslinien heraus, als hätte er nicht nur Hummeln im Arsch, sondern zehn Pfund extrascharfer Chili-Schoten. Vollkommen exaltiert, schreiend, überspitzt manieriert singend haut der Mann seine bekloppten Nonsens-Texte raus, rollt das „Rrrrrrrrrrrr“, dass es eine wahre Wonne ist. Will man Vergleiche heranziehen, so würden bestenfalls die ebenfalls nicht ganz normalen FOXY SHAZAM in den Sinn kommen, die neben dem ähnlich gestörten Gesang aber musikalisch eher einen künstlerischen, hoch energetischen Post Hardcore zelebrieren und auf diese Weise einen gewissen Kunstanspruch erheben.
FAZIT: ROYALE MADNESS sind reiner Spaß am urwüchsigen Irrsinn, der nach exakt 25 Minuten und 5 Sekunden vorbei ist. Grad noch rechtzeitig, denn viel länger lässt sich dieser Schraubstock debilen, durch und durch positiven Wahnsinns gar nicht ertragen. Zwangsjacke raus und ab dafür!
Erschienen auf www.musikreviews.de am 31.07.2008
Anders
Christian
Mattias
Ismail
Popmate / ZYX Music / Satellite Records
25:05
31.07.2008