Der Promozettel und die Bandwebsite beglücken mit flauschigem Schweinchenrosa und kleinen Schmetterlingen mit art nouveau Verzierungen. Der Bandname klingt eher nach klassischem Heavy Metal. Der Werdegang dieser noch jungen Band schwärmt vom Sieg beim „C&A Contest“ und einem Auftritt bei „The Dome“. Es gehört schon eine gehörige Portion Selbstbewusstsein dazu, sich freiwillig zu Knallchargen wie den KILLERPILZEN, LaFEE, SCOOTER und US5 auf die Bühne zu gesellen mit dem Wissen, dass Deutschlands debile Vorzeige-Ikonen des Geistlos-TV, die Propagandamaschinen der Geistesschwäche „RTL II“ und „Viva“, das ganze auch noch direkt in die Wohnzimmer der Nation verfrachten.
SLAVE spielen harmlosesten Pop Rock. Zahme Riffs und zahmer Gesang treffen auf allzu bekannte Laut/Leise Dynamik, treffen auf eingängige Melodiechen, die weniger Rock sind, sondern porentief gereinigte Gitarrenkost für unbedarfte Radiohörer, die mit dem, was gute, handgemachte Musik ausmacht, nichts anfangen können: Leidenschaft, Unbändigkeit, Mut zur Dissonanz, Experimentierfreude und vielleicht auch das Vermögen, stringente Songs zu schreiben, die nicht zwangsweise auf den allseits bekannten Kompositionsmustern basieren. Stattdessen wird auf „Sacrificed Queen“ vorhersehbar bis zum Letzten musiziert, werden mit belanglosen bis pseudophilosophischen Texten Pubertätsgefühle stimuliert („Her blue eyes shining like the stars above the sea“ … „It feels so right, it feels so right when I hold you, hold you tight” … “I wrote a song for her and she began to smile, yes she did” – aua).
FAZIT: SLAVE sind für dieses Magazin genauso irrelevant, wie dieses Magazin für SLAVE. Für die Zielgruppe dieser Musik gibt es die einschlägigen Plattformen und Teenie-Magazine.
Punkte: 4/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 19.02.2008
Alex Weisslinde
Dimi Weisslinde, Git
Alex Seibt
Mark Kruse
Artist Station Records
41:18
29.02.2008