Dieser Marilyn-Manson-Lookalike hat einen Longplayer auf den Markt geworfen, der mit seiner Mischung aus Gothic, Durchschnitts-Industrial und versuchten Eingeständnissen an Hitformate nichts weiter erreichen wird. Da hilft auch Al Jourgensen als Remixer nichts.
Die ersten Tracks auf “Let Us Prey” sind vor allem rotzrockig-punkig geprägt, jedoch ohne jedwede spielerische Brillanz (langweilig programmierter Klopfgeist, nur Rhythmusgitarren-Geschrummel) und mit kratzigem (effektbeladenem) Gesang des Protagonisten. Die Hooks/Refrains sind typisch blöde vorhersehbar und wären zwei Jahrzehnte vor heute vielleicht noch ansprechend gewesen. Heute fallen sie nicht ins Eingängigkeitsgewicht, sondern vereinheitlichen den Höreindruck nur und schieben das Album das Ohr hinaus, wo es auf der anderen Seite gerade erst reingehuscht ist.
Gleichwohl: Energie ist vorhanden und spräche an, wenn sie nicht so abgeschmackt von vorgestern riechen würde. Schwere Songs wie “Bugs Crawl In” oder Thrashiges wie “Goodbye” wird bald von groovigen Schreihälsen abgelöst (“Lips Of Red”) und finden im wiegend melodischen “The Worms” einen fast zu frühen Albumhöhepunkt; danach ist Ebbe wie zuvor.
FAZIT: Schade, aber ganz davon abgesehen, daß SPYDER BABY wie alles auf Blind Prophecy gesichtslos sind, stellen sie auch das schwächste Labelalbum bis dato in die Kaufhäuser. Stangen Elektro-Goth mit vermeintlichem Straßenappeal, der so gar nicht überzeugen oder gar fesseln kann.
Punkte: 6/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 18.03.2008
Mr. Spider
Blind Prophecy/Soulfood
46:02
29.03.2008