Das HC beim Aufrufen der Website sollte nicht verstören oder abschrecken: STIGMA sind nichts weniger als derber Death Metal, dargeboten mit großer Spielfreude, Wut, Schmutz und vor allem: Geilen Stücken!
Den Segen von Napalm Deaths Shane haben sie, und sollte es mit rechten Dingen zugehen, beziehungsweise der Ruf des auf Designerprodukte ausgelegten Labels Pivotal Alliance (Sonic Syndicate) nicht hinderlich sein, müssten Stigma stärkere Beachtung erfahren als die Legionen anderer Extrembands, die monatlich den Gang zum Plattenladen provozieren möchten, Heil versprechen und bloß Bahnhofserfahrung einlösen. Glanzlichter kann man kaum herauspicken, denn die prätentiös betitelten Stücke (hier geht es am Ende nur um Klischees, nicht wahr?) fließen wie Eins und stehen jedes einzelne für sich selbst wie selten gehört. “Blood, Your Precious Blood” oder “A Call For Vengeance” kann man trotzdem hervorheben.
Nicht die Bohne originell, das Ganze; dafür, wie gesagt, maximaler Spaß, tolles Spiel (wenn das Hardcore ist, dann will ich keinen Death Metal hören…) und dieses Augenzwinkern, das aber weit unterhalb des Quark-Faktors von Gruppen wie 2 Inches Of Blood regiert, die gegen diesen Verein hier den Soundtrack zum Kasperletheater am Sonntagnachmittag liefern. Death Metal this is, and nothing but…
FAZIT: Fans der tödlicheren Napalm Death oder von weniger käsigen Nordeuropa-Acts müssen reinhören. Eine unerwartete Überraschung.
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 27.03.2008
Flavio Magnaldi
Stefano Ghersi
Morgan Ferrua, Andrea Ballo
Stefano Ghigliano
Pivotal Alliance/Twilight
41:37
28.03.2008