Eine putzige Mischung wird hier serviert: SVARTBY kommen aus Russland/St. Petersburg, spielen skandinavisch-finnisch inspirierten Humpa-Folk-Black Metal mit schwedischen Texten. Seltsam eigentlich, denn das Finnische ist doch letztlich näher am Russischen als das Schwedische. Aber egal.
Klingt der Albumtitel im ersten Moment nach Pornos aus der Arztpraxis, so klärt die Promoinfo schon bald auf, dass „kom i min kittel“ so viel bedeutet wie „komm in meinen (Hexen-)Kessel“. Na dann guten Appetit. Den besagten Kessel hört man in der Instrumentalintro „Haxby“ nach lauschigem Vogelgezwitscher brodeln – mit Hörspieleinlagen haben es SVARTBY offensichtlich, der Wind säuselt, die Blätter rascheln, Hunde bellen und ein Ochsenfrosch quakt frech ins Break („Om Trollbryggning“). Klingt bescheuert? Ist es auch, aber irgendwie ja auch ganz witzig.
Die zappelig-folkloristischen FINNTROLL-mäßigen Nummern werden durch symphonische Keyboardspielereien unterstützt, die wegen des wirklich käsigen Videokonsolen-Sounds überhaupt nicht überzeugen können („Solnedgang Over Trask“). Sieht man von diesen gottlob nur selten aufdringlichen Konservensounds ab, so liefern die Russen tanzbaren Saufmetal, der ob seines trashigen Charmes immer noch mehr Spaß macht als der dröge Folk Metal KORPIKLAANIS. Genügend Geschwindigkeit zum Metverschütten bietet „Kom I Min Kittel“ auf jeden Fall, auch wenn, wie im Falle von „Moder Av Alla Haxor“, das Tempo mal zurückgenommen wird und der heisere Krächzgesang durch Geflüster und pathetischen, an – ähem – RHAPSODY OF FIRE erinnernden Klargesang ergänzt wird. Völlig debil kommt „Julen Av Vedergallning“ daher, das mit „Stille Nacht, Heilige Nacht“ beginnt und nach wildem Gekreische in Raserei ausbricht. Klingt in etwa so, als würde eine Horde Trolle das besinnliche Weihnachtsfest einer Großfamilie stürmen.
FAZIT: Mag manch einer nicht zu Unrecht diesem Metal Genre seine musikalische Relevanz absprechen, so muss man SVARTBY zugestehen, dass sie als trashige B-Movie Folkmetal Kapelle angetrunkenen Zeitgenossen leidlich Spaß bereiten könnten.
Punkte: 7/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 02.02.2008
Torhall
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2008