Nach einer EP startet die Band um CODE`s Aort ihren ersten Großangriff. BLUTVIAL sind sehr harsch und der Sound ohne jede Politur: Entsprechend schroff und nur wenig schöngeistig klingt das Ergebnis. Das Attribut progressiv passt im Gegensatz zu CODE keineswegs auf diese Art von Black Metal und auch seine Avantgarde-Vorzeigeband ist keine Referenz für das hier Abgelieferte.
Die Musik ist ein wütendes und recht geradliniges Unterfangen. Hat man sich nach anfänglichem Augenrollen an den gewollt dreckigen, höhenlastigen Sound gewöhnt, offenbaren sich dann doch recht schnell die Vorzüge. Einfach gespielter Black Metal, der mit eingängigen Melodiebögen gespickt wurde. Mit Sicherheit nicht die innovativste und eigensinnigste Band in diesem Genre, aber keineswegs weniger authentisch.
Mit Tracks wie „Seethe My Darkness“ oder „Serpent Procreation“ legen BLUTVIAL schon ordentlich vor, um dann aber mit dem abschließenden 12-minütigen Epos „Hiraeth“ das Highlight des Albums zu entfesseln. Die beiden Bandköpfe überzeugen mit Gespür für simples aber wirkungsvolles Riffing, das weitab vom x-ten glatt polierten Durchschnitts-Black-Metal-Aufguss durchweg zu beeindrucken weiß.
FAZIT: Black-Metal-Fans sollten auf jeden Fall ein paar Anläufe in Kauf nehmen, um zum Kern der Scheibe vorzustoßen. Leicht verdaulich ist „I Speak Of The Devil“ mit seinem eigenwilligem Sound wirklich nicht. Nach erfolgreicher Aufwärmphase überzeugen BLUTVIAL aber ohne Effekthascherei und klinischen Soundeinheitsbrei. Ein gelungenes Album das vielleicht auf den ersten Eindruck enttäuschend unspektakulär daherkommt, aber durch vermehrten Konsum zunehmend an Stärke und Überzeugungskraft gewinnt.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 12.08.2009
Aort
Ewchymlaen
Aort, Ewchymlaen
Aort
Spinefarm
51:42
24.07.2009