Nach einer EP heißt es Vollzeit für diese Hardrocker. Statt rotzrockig abzugehen wie andere Landsmänner, klingt hier vieles wahlweise nach Doomrock oder hartem Proto-Prog von Purple bis zu ausschweifenden Led Zeppelin. Hinzu kommt noch der Blues, wie in Cream durch die Amps geblasen haben. Natürlich ist das im Jahre 2009 alles nicht mehr so wichtig, authentisch und grenzsprengend ...
BONES OF FREEDOM tun vieles, um ihre Musik interessant zu halten, so dies im Rahmen der Genregrenzen möglich ist. Das beginnt bei variabler Musiziergeschwindigkeit und rhythmischen sowie Taktwechseln ("Blitzkrieg", "Down") und hört beim Zitieren der Kompositionsprinzipien alter Größen auf ("Celtic Woman" sowie das im Titel vielsagende "1973"). Dass die Jungs keinen Hehl aus ihrer Liebe zum Alten machen, dürfte klar sein, doch andererseits begibt man sich nicht auf Niedrigniveau, sondern bemüht sich um Frische und Dynamik.
Niemand interessiert sich dabei für die manchmal gar engagierten und regelrecht wütenden Lyrics, die BONES OF FREEDOM eine gewisse Aktualität verleihen. Dabei ist der Sound ebenso dreckig wie zeitgemäß. Am Ende stimmen die Koordinaten, und die Songs als Punkte stehen bombenfest im Koordinatensystem.
FAZIT: BONES OF FREEDOM haben eine verdammt starke Retrorock-Platte eingespielt, die weit weniger berechnend daherkommt als all die The Answers (als simplere Vertreter) und Bigelfs (als Orgelprogger). Zitate stehen an zweiter Stelle und geben den ohnehin funktionierenden Songs einen Bonus des Vertrauten - mehr nicht, kein Retro zum Selbstzweck. Anchecken - für Abwechslung ist gesorgt!
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 11.11.2009
Thomas Pipes
Eddie Wolfe
Tim McWeed
Red Morgan
Spook / Metal Revelation
56:03
11.11.2009