Bass und Gitarre wetteifern um die klangliche Vormacht im Müllsound von BURIAL HORDES. Der Verlier ist der Hörer, auch wenn diese akustische Rumpelkammer zu Beginn noch gemütlich wirkt.
Die vier Griechen scheinen in einem Zeitloch stecken gelieben zu sein: In ihrer Welt steht das Unisound-Label aus Athen noch im vollen Saft und betreut seine ähnlich gelagerten Bands mehr schlecht als recht. BURIAL HORDES schauen zu Gruppen wie frühen Rotting Christ und Necromantia auf, um es ihnen gleich zu tun. Die Karawane ist seit den späten Achtzigern allerdings weitergehumpelt und hat den aufrechten Gang gelernt. Was hier in stolzer Hellhammer- oder Früh-Mayhem-Manier eine halbe Stunde lange durch den Peleponnes stolpert, mag manchen zum Kult gereichen, doch mit einigermaßen nüchternem Blick gefällt diese Platte erst ab dem düsteren "Gods Cutthroat" - vielleicht wegen des gezügelten Tempos und der Wertschätzung von bedrohlicher Atmosphäre an Stelle des ewigen Hoppereiters... und es ist nicht so, dass der gelungene Teil des Albums zu Jubelstürmen hinreißt; eher bieten BURIAL HORDES während dieser Stücke halbwegs substantiellen Black Metal im Sinne neuerlicher Venom- und Bathory-Wertschätzung. Die Geschichte tritt entweder auf der Stelle oder wiederholt sich nach 20 Jahren.
Ja, BURIAL HORDES spielen wie die Oldies und sind als Band erst im Grundschulalter. Wenn sie auch auf Entwicklungen im Metal der letzten Jahrzehnte pfeifen, beherrschen sie die Tools of the Trade des Underground besser als ihre eigentlichen Instrumente: Kleinstlabel-Vinylveröffentlichungen, entsprechendes Image, Pseudonyme... das alles reicht einmal mehr zur Veröffentlichung ihres vertonten Fan-Daseins auf internationaler Ebene. Klar muss man "Devotion To Unholy Creed" haben - authentisch und so...
FAZIT: ... oder Frage: Wirft man sein Geld lieber für Mallcore und Designer-Metal aus dem Fenster, oder möchte man halb ernsthaften Musikern beim Finanzieren ihrer echt untergründigen Plattensammlung helfen? Der Rückfall in die Metal-Steinzeit mit BURIAL HORDES und Konsorten ist nicht wirklich die Alternative zum Mainstream.
Punkte: 5/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 14.05.2009
Necro, Psychaos
Cthonos
Necro, Psychaos
Impaler
Pulverised/Soulfood
36:31
22.05.2009