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Lönndom: Fälen Från Norr

Stil: Folk Metal

Cover: Lönndom: Fälen Från Norr

LÖNNDOM haben sich vorgenommen, die Natur des Nordens angemessen zu vertonen. Damit sind sie sicherlich nicht die Ersten, wer jetzt aber die typische Mischung aus Folk- und Black-Metal-Elementen erwartet, wird das ein oder andere Mal überrascht aufhorchen. Das Projekt ist musikalisch nur schwer einzuordnen, weshalb man auch jede Stilangabe getrost vergessen kann. Sirrende Gitarren, ein wenig Raserei und ganz vereinzeltes Geröchel weisen zwar auf einen gewissen Black-Metal-Einfluss hin, insgesamt ist man davon jedoch weit entfernt. Oft erscheint die Musik fast wie die Untermalung eines alten Naturrituals und klingt bewusst primitiv, oft gar fast dilettantisch. Einzelne Parts werden scheinbar endlos wiederholt und entwickeln dadurch eine gewisse hypnotische Wirkung, nur um dann mit einem plötzlichen Break in eine ganz andere Stimmung zu verfallen. Gesanglich verwenden LÖNNDOM hauptsächlich tiefe, beschwörend gesprochene Passagen, die manchmal etwas an THE VISION BLEAK erinnern, viele Parts sind jedoch auch rein instrumental gestaltet. „Richtige“, melodische Vocals sind Mangelware, trotzdem bemüht man sich um Abwechslung: In „Himlalågor“ gibt es eine Art Schamanengesang zu hören und in „Ripeluokte II“ atmosphärische Harmonien. Im Intro und Outro versuchen sich LÖNNDOM sogar an einer Art A-Capella-Lagerfeuer-Stimmung, aber auch hier verwendet man keine lieblichen Gesänge, sondern eher kauziges Männergebrummel.

Das klingt alles etwas ungewöhnlich und sperrig, weckt aber nach einiger Eingewöhnungzeit durchaus Interesse. Durch das beschwörende, hypnotische Element gelingt es LÖNNDOM nach und nach, den Hörer in den Bann zu ziehen. Vor allem die ruhigeren Passagen können überzeugen, und mit Hilfe von allerlei Naturgeräuschen baut sich tatsächlich eine entsprechende Stimmung auf, als würde man nachts alleine durch den Wald streifen... Aber nicht immer gelingt dies, einige Parts wirken einfach nicht gut genug ausgearbeitet. Zwar weisen LÖNNDOM ausdrücklich darauf hin, bewusst primitiv vorzugehen, da Gefühle nicht durch Technik erzeugt würden, aber manche Passagen wirken doch etwas merkwürdig. Die schrägen Harmonien in „Tjåkkå“ beispielsweise klingen fast so, als ob zwei Gitarristen unabhängig voneinaner gerade ihre Instrumente stimmen würden. Ab und zu könnte man auch den Song noch ein wenig mehr im Auge behalten und sich nicht völlig der endlosen Wiederholung hingeben.

FAZIT: „Fälen Från Norr” klingt zunächst schwerverdaulich, aber auch interessant und macht neugierig. Da die Band bereits angekündigt hat, sich zukünftig nicht auf bestimmte Genres beschränken zu wollen, sondern alle Stilmittel zu nutzen, um die Natur angemessen zu vertonen, darf man gespannt sein, in welche Richtung sich LÖNNDOM entwickeln werden. Die neuen Songs, welche die Band bereits auszugsweise vorgestellt hat, klingen deutlich ruhiger und melodischer und zeigen das Duo bereits enorm gereift. Somit ist das vorliegende Album wohl eher als erstes Lebenszeichen und keinesfalls als Definition des Projekts zu sehen.

Punkte: 8/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 29.05.2009

Tracklist

  1. Vid Elden
  2. Ripeluokte
  3. Himlalågor
  4. Tjåkkå
  5. Stállo
  6. Ripeluokte II
  7. Nordafejd
  8. På Fjället

Besetzung

  • Bass

    S. Sandström, A. Pettersson

  • Gesang

    S. Sandström, A. Pettersson

  • Gitarre

    S. Sandström, A. Pettersson

  • Keys

    S. Sandström, A. Pettersson

  • Schlagzeug

    S. Sandström, A. Pettersson

Sonstiges

  • Label

    Eisenwald

  • Spieldauer

    45:01

  • Erscheinungsdatum

    20.12.2008

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