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Rough Silk: A New Beginning

Stil: Power-Metal

Cover: Rough Silk: A New Beginning

20 Jahre Bandjubiläum?! Wo waren ROUGH SILK all die Jahre, wenn sie schon so lange existieren? Es gibt viele Indizien dafür, dass sich die vier Hannoveraner irgendwo fernab der Zivilisation aufgehalten haben, denn die Band scheint keinen Plan zu haben, was der Kunde hören will.
Zum Beispiel will niemand abgedroschene, aus der Zeit um den Mauerfall kopierte Power-Metal-Riffs hören; oder die Melodieführung aus einem Musikbuch der Grundschule; oder total verkitschte Hymnenrefrains; oder das lyrische Talent eines deutschen Kriegsschiffes aus dem Ersten Weltkrieg; oder ein schlechtes Imitat von Udo Dirkschneider.

Gerade, was den Sänger betrifft, verschlägt es einem die Sprache. Neben seiner nervtötenden Stimme (so könnte der ehemalige Frontmann von ACCEPT im Stimmbruch geklungen haben) lassen die gesanglichen Qualitäten ordentlich zu wünschen übrig. Und das künstliche Gelächter, das er bei nahezu jedem Song einstreut, geht einem spätestens beim zweiten Mal auf den Keks. Auch die Texte klingen (nicht nur wegen der Aussprache) nach seinen ersten Schritten in der englischsprachigen Welt. Mit der Information, dass Vokalist und Gitarrist Ferdy Doernberg scheinbar eine englisch-deutsche Nationalität vorweisen kann, ist diese Angelegenheit noch peinlicher.

Songtechnisch gesehen klingt das Album im Allgemeinen so, als hätten die Jungs aus Niedersachsen zwei oder drei ganz gute Titel im Repertoire gehabt (z.B. "The Roll Of The Dice") und meinten, dazu eine Handvoll unterklassiger, aus verschiedenen Genres zusammengewürfelter Tralalas schreiben zu müssen. So trifft, auf einer überwiegend aus Power-Metal bestehenden Platte, ein Garagen-Rock-Titel ("When The Circus Is Coming To Town") auf eine Oi!-Punk-Nummer ("We've Got A File On You").

Dass die vier Musiker auf ihren Instrumenten hörbar keine Anfänger sind, ist wenigstens ein kleiner Lichtblick. Die Gitarrensoli klingen zwar immer gleich, sind aber wenigstens schnell und der Musik dienlich – wenn auch die zu langen, sich ständig wiederholenden HammerOn- und PullOff-Passagen nerven.
Der Bassist ist gelegentlich mal als eigenständiges Instrument zu hören und das Schlagzeug spielt zwar nicht unbedingt kreativ, aber auch nicht gerade langweilig.

FAZIT: Wäre "A New Beginning" ein Debüt-Album, könnte man sagen: "Alles klar Jungs, arbeitet ein wenig an eurem Songwriting, lernt, was einen guten Song ausmacht, und euer Sänger soll Gesangs- und Englischunterricht nehmen – dann wird das Ganze was!" Aber diese Band gibt es schon seit 20 Jahren!!! Da bleibt einem wirklich nichts anderes übrig, als den Kopf zu schütteln…

Punkte: 4/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 25.03.2009

Tracklist

  1. Temple Of Evil
  2. Home Is Where The Pain Is
  3. Reborn To Wait
  4. The Roll Of The Dice
  5. When The Circus Is Coming To Town
  6. Sierra Madre
  7. A New Beginning
  8. Warpaint
  9. Black Leather
  10. We've Got A File On You
  11. Deadline
  12. We All Need Something To Hold On In This Life
  13. A Song For Hilmer

Besetzung

  • Bass

    André Hort

  • Gesang

    Ferdy Doernberg

  • Gitarre

    Mike Mandel, Ferdy Doernberg

  • Keys

    Ferdy Doernberg

  • Schlagzeug

    Alex Wenn

Sonstiges

  • Label

    Dockyard 1

  • Spieldauer

    61:36

  • Erscheinungsdatum

    23.03.2009

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