Von weinerlichem Alternative-Country-Geschrammel möchten SLAM AND HOWIE nichts wissen, während sie für üblen Redneck-Patriotismus aus dem falschen Land kommen. Ihrer "Echtheit" bricht das keinen ab - und der unterhaltsamen Mucke an sich schon gar nicht.
Rockabilly, Folk, Punkiges - man kennt das Gehörte, aber derart mitreißend bieten selbst Musiker aus den Urhebergefilden den Stil nicht immer dar. Aus der Bierlaune heraus ist dieses Projekt entstanden, was die Coverversionen erklärt (etwa AC/DC, das "Bonanza"-Thema sowie in Tribut an die eigene Heimat in Gestalt des Krokus-Covers "Bedside Radio"). Andererseits sind auch die Eigengewächse der Schweizer kein verdorrtes Tumbleweed. Davon zeugt unter anderem der Livebonus am Ende der Scheibe. SLAM & HOWIE sind garantiert die Abräumer auf den Bühnen.
Diese Mannen möchten erst gar nicht lo-fi klingen, um sich als Originale zu gerieren. Vielmehr katapultieren sie Elvis und Cash ohne biederen Anstrich und mit Arschtritt in die Neuzeit - moderner Sound, fett bratend, aber passend. Dazu ein Haufen Hits ... jetzt müsste nur noch Sommer sein.
FAZIT: SLAM & HOWIE sind ein heißer Tipp für alle, die Laptopfolk oder langweilige Rockabilly-Aufgüsse über haben. Die Gruppe rotzt mit punkiger Power durchweg Ohrwürmer heraus und spielt, wenn auch themenbedingt nicht sonderlich tiefgründig in ihrer Message, die meisten anderen Kuhhirten an die Wand.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 17.11.2009
Django
Slam
Ringo, Slam
Howie
Wanted Men Recordings
45:12
17.11.2009