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Slayer: World Painted Blood

Stil: Thrash Metal

Cover: Slayer: World Painted Blood

Album Nummer zwei mit dem zurückgekehrten Sohn Dave Lombardo legt gleich mit einem der besten SLAYER-Songs der letzten Jahre los: Zwingendes Riff, einprägsame Gesangsmelodie, abwechslungsreich und aggressiv. Und diese Aggressivität wird nicht wie auf einigen SLAYER-Alben der Vergangenheit allein durch den akustischen Dreikampf „Schneller, Härter, Lauter“ erzielt, sondern endlich wieder durch qualitativ hochwertige Riffs eines der originellsten Gitarren-Duos der Thrash-/Metal-/Rock-Geschichte, die einen erst zum Mitwippen, dann zum Headbangen und schließlich zum Mitgröhlen bringen. Es ist tatsächlich wieder da, dieses ganz eigene SLAYER-Gefühl, das mich vor über 20 Jahren zum Fan dieser Band werden ließ. Nicht, dass die Post-„Seasons In The Abyss“-Alben alle schlecht und langweilig waren, aber dieses letzte Quäntchen Begeisterung konnten sie bei mir nicht auslösen.

Weiter geht’s mit den zwei Uptempo-Songs „Unit 731“ und „Snuff“, die ebenfalls durch tolle Riffs begeistern können, während Song Nummer 4 mit einem böse-schleppenden Anfang à la „Dead Skin Mask“ oder „Spill The Blood“ beginnt, dann aber im letzten Songdrittel an Härte und Geschwindigkeit zunimmt.
„Hate Worldwide“ ist hingegen insgesamt eher ein SLAYER-Standard-Song, der aber trotzdem Spaß macht.
Bei „Public Display Of Dismemberment” begeistert vor allem das rasend schnelle Hauptriff sowie die Drum-Arbeit von Dave-Lombardo, der überhaupt auf „World Painted Blood“ wieder zeigt, warum er eine lebende Legende ist. Viele seiner Ideen klingen erstaunlich frisch und unverbraucht.
Auch „Human Strain“ überzeugt durch ein hypnotisches Riffs und einen melodischen, aber trotzdem bösen Mittelteil. Erfreulich ist zudem, dass die Songs nicht - wie beispielsweise auf den letzten beiden EXODUS-Alben - unnötig in die Länge gezogen werden, sondern zügig auf den Punkt kommen und genau dann zu Ende sind, wenn musikalisch alles gesagt ist. So muss das sein.
„Americon“ ist dann ein treibender, sehr eingängiger Track, der sich textlich mit der Wahrnehmung der USA im Ausland auseinandersetzt.
Mit „Psychopathy Red“ gibt es anschließend auch eine Hochgeschwindigkeits-Reminiszenz an „Reign In Blood“. Insbesondere das Riff hinter dem Refrain wäre auf besagtem Klassiker sicher nicht negativ aufgefallen.
Demgegenüber steht das bedrohliche „Playing With Dolls“ eher in der Tradition meines persönlichen SLAYER-Lieblings „South Of Heaven“. Für mich mit der stärkste Song auf „World Painted Blood“. „Not Of This God” setzt dann einen angemessenen Schlusspunkt unter ein Klasse-Album.

FAZIT: Man könnte SLAYER den Vorwurf machen, dass sie mit „World Painted Blood“ lediglich die markanten Stilelemente ihrer populärsten Phasen zu einer Art Nummer-Sicher-Album verbunden haben, um das Stamm-Klientel zufrieden zu stellen. Solange die Band das aber derart überzeugend hinbekommt, darf sie ruhig noch einige Alben dieser Art veröffentlichen. Denn obwohl sich SLAYER sicher nicht neu erfunden haben, klingen die Songs doch völlig staubfrei und inspiriert. Man hört, dass die Musiker das, was sie tun, mit Überzeugung machen.
Für mich ist „World Painted Blood“ schlicht das beste SLAYER-Album seit „Seasons In The Abyss“ und damit ein ziemlich unerwartetes Highlight des Metal-Jahres 2009.

Punkte: 12/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 16.11.2009

Tracklist

  1. World Painted Blood
  2. Unit 731
  3. Snuff
  4. Beauty Through Order
  5. Hate Worldwide
  6. Public Display Of Dismemberment
  7. Human Strain
  8. Americon
  9. Psychopathy Red
  10. Playing With Dolls
  11. Not Of This God

Besetzung

  • Bass

    Tom Araya

  • Gesang

    Tom Araya

  • Gitarre

    Kerry King, Jeff Hanneman

  • Schlagzeug

    Dave Lombardo

Sonstiges

  • Label

    American Recordings

  • Spieldauer

    37:57

  • Erscheinungsdatum

    30.10.2009

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