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Soul Doctor: Way Back To The Bone

Stil: Hardrock

Cover: Soul Doctor: Way Back To The Bone

Nachdem mit dem HEARTLYNE-Album kürzlich quasi ein Frühwerk der heutigen SOUL DOCTOR zu neuen bzw. ersten Ehren gekommen ist, bleiben die Berliner Hardrocker auch mit ihrer Stammformation rege am Ball. Nach dem letztjährigen Live-Album erscheint kurz vor dem zehnjährigen Bandjubiläum mit "Way Back To The Bone" jetzt der fünfte Studio-Longplayer.

Klar, auf dem setzt die Band ein weiteres Mal auf ihre bekannten Stärken, wenngleich der bandtypische, klassische Melodic Hardrock diesmal vielleicht mit etwas weniger Groove daherkommt und dafür noch etwas mehr dem melodischen Heavy Rock der 80er-Jahre-Schule zugewandt ist. Letztlich sind die Unterschiede zum bisherigen Gesamtwerk aber nur marginal ausgefallen, auf diesem 10-Tracker klingt alles unverkennbar nach SOUL DOCTOR. Dafür sorgt alleine schon die Stimme von Tommy Heart (auch FAIR WARNING), die hier einmal mehr im Mittelpunkt steht, während dessen langjähriger Partner Chris Lyne mit seinen ansprechenden Gitarrensoli stets für die nötige Heavyness in den Songs sorgt.

Diese spielen sich oftmals im Midtempo ab und werden dabei schon mal mit einem gewissen Bombast unterlegt; ein hierfür zuständiger Keyboarder taucht zwar immer noch nicht im Line-Up auf (dafür aber wieder Ur-Drummer Zacky), kommt aber dennoch wiederholt deutlich zum Einsatz.
So etwa im Opener "First Man On The Moon", der sanft mit einer Western-Gitarre im Stile von Jon Bon Jovi startet, bei dem bald darauf - ähnlich wie zuletzt auch bei anderen Kollegen wie EUROPE - aber auch mal kurz der Emmerich-Godzilla ums Häusereck schielt. Indes, eine wuchtig gedämpfte Nummer und ein gelungener Einstieg.
"Lightning And Thunder" danach weist nicht ganz ungewohnt deutliche WHITESNAKE-Anleihen auf, gerade auch bei den Gesangslinien. Und so ungezügelt (und so gut) wie bei "Can´t Stand Losing" hat man Tommy Heart selten gehört, der kurz darauf bei der Ballade "Times Of Yesterday" ebenso engagiert die großen Gefühle sprechen lässt.
"Love Crashed Down (Boom Down!)" mit der tollen Gitarreneröffnung hat dann doch noch mal einen stärkeren Blues-Groove, "Coming Home" erinnert (wie auch manches andere auf diesem Album) an eine Nummer von den Kollegen von GOTTHARD und der Ausstand "Take It While It´s Hot" inklusive einiger Hammond-Tupfer orientiert sich nochmal verschärft an den Ursprüngen des Classic Rock.

Mit der zahmen Nummer "Here Comes The Night" und dem keyboardlastigen "Heartache Heartbreak" haben sich in der zweiten Albumhälfte zwar ein paar noch gute, aber doch recht profane Nummern eingeschlichen und "Welcome To The Party" erschreckt dazu noch mit zu vielen 'Lalalas', aber insgesamt erweist sich auch die jüngste Rezeptur des Seelendoktors wieder als sehr solide.

FAZIT: Mit der Aussage, dass bei SOUL DOCTOR alles beim alten geblieben ist, wird man ihren Fans sicher eine Freude machen. Musikalischer Innovationen bedarf es dabei nicht, ihr klassischer Melodic Hardrock ist auch weiterhin Garant für den unangestrengten, fließenden Hörgenuss, der seine Relevanz alleine schon durch die Fähigkeiten der Protagonisten erfährt.

Punkte: 10/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 15.11.2009

Tracklist

  1. First Man On The Moon
  2. Lightning And Thunder
  3. Can´t Stand Losing
  4. Love Crashed Down (Boom Down!)
  5. Times Of Yesterday
  6. Here Comes The Night
  7. Heartache Heartbreak
  8. Coming Home
  9. Welcome To The Party
  10. Take It While It´s Hot

Besetzung

  • Bass

    Jogy Rautenberg

  • Gesang

    Tommy Heart

  • Gitarre

    Chris Lyne

  • Schlagzeug

    Zacky

Sonstiges

  • Label

    Metal Heaven

  • Spieldauer

    49:35

  • Erscheinungsdatum

    20.11.2009

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