SUICIDE CITY sind humorige Herren, plus Dame (ex-KITTIE Jennifer "Ms.JennCity" Arroyo) am Bass. So heißt das Lied nach „Sex And Dying“, halbwegs korrekt übersetzt, „Der einzige Track, der nicht von Sex und Sterben handelt“.
Große Themen, wahrlich. SUICIDE CITY bearbeiten sie mit Wonne und einer gehörigen Portion ruppigen Punkrocks. Der „Rock“-Zusatz ist ganz wichtig, denn straightes 3-Akkord-Geschrammel ist nicht Sache der Band. Sie toben sich zwar gelegentlich mit gröhlender Power aus, doch lassen sie vielfältige Einflüsse zu, die von elektronischen Spielereien („Start The Show“), bis zu vertrackten Rhythmen reichen. Ins lockere Bandkonzept werden Metal, Psychedelic oder Glamrock eingebunden, und vor kurzen, emotionalen, ruhenden Sequenzen scheuen sich die fünf Musiker um den ehemaligen BIOHAZARD-Gitarristen Billy Graziadei auch nicht; was ihnen im euphorischen Kerrang Magazin schon den Nimbus von „A gothier, punkier Faith No More“ eingebracht hat. Ganz soweit ist es denn doch noch nicht. Der Gothic-Aspekt wird bloß behauptet, „punkig“ haut hin, aber wilder als FAITH NO MORE in den entsprechenden Momenten, treiben es SUICIDE CITY garantiert nicht. Vor allem fehlt ihnen aber die (konzeptionelle?!) Geschlossenheit der großen Vergleichsband.
„FRENZY“ besitzt starke Momente und Songs, vor allem in der zweiten Albumhälfte, wirkt aber gleichzeitig etwas unstrukturiert und beliebig. Positiv kann man es natürlich auch als unbedarfte Experimentierfreude auslegen, die mit schmissigem Punk-Pop beginnt und mit dem nachdenklichen, mit elektronischen Gimmicks versetzten „Lost Years“ endet. Wobei gerade der letzte, langsame Song eines der Highlights des Albums ist.
FAZIT: Weniger düster als Bandname und Albumtitel vermuten lassen toben SUICIDE CITY durch ihr Debütalbum. Von treibendem Mitgröhlpunk („First Cut“) bis zu elektronisch untermalten Nachdenklichkeiten („Lost Years“) reicht die bunte Palette. Fünfzehn Songs in fünfzig Minuten, zwar nicht ausnahmslos erstklassig, aber die bunte Mischung aus pubertärer Spaßigkeit und ernsthafterer Weltsicht ist durchaus schmackhaft, und sowohl als Partyplatte wie zum heimeligen Hören einsetzbar. Aber definitiv ausbaufähig
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 11.10.2009
Jennifer "Ms.JennCity" Arroyo
Karl Bernholtz, Jennifer "Ms.JennCity" Arroyo, Billy Graziadei
Billy Graziadei, A.J. Marchetta
Billy Graziadei
Dan Lamagna
The End Records/ Soulfood Music
50:53
30.10.2009