Es ehrt Label und Band, dass man nicht mit dem Namen des hier beteiligten Finntrolls Wilska hausiert. ImpNaz-Trommelbube Reima eignet sich ohnehin weniger, die Mainstream-Extremmetaller anzulocken, denen SURVIORS ZERO rein musikalisch AUfwartungen machen. Ihr erster Longplayer ist typisch professionell in jeder Hinsicht: Langeweile auf hohem Niveau; dafür bürgt die Hand von Jonas Kjellgren am Regler schon ...
Vornehmlich schwedischer Death-Thrash im neuen Jahrtausend stand als Blaupause ganz oben auf dem Masterplan von SURVIVORS ZERO, die Todeswelt im Sturm zu nehmen. Mit Leben füllen sie die Szene nicht; Slayer-Anklänge auf derlei Alben zu hören sowie Schlenker in amerikanische Death-Gefilde zu vernehmen - das ist nichts Außergewöhnliches mehr in Zeiten, die scheinbar keine andere Musik mehr auf dem Metal-Markt zulassen. Man sollte gewissen Machern (Labels, Producer) hinter dieser Mucke Handschellen anlegen. Bei Truppen wie SURVIVORS ZERO stellt sich einmal mehr die Substanzfrage. Wer spricht angesichts solch höhepunktarmer Abgeklärtheit in einigen Jahren noch von diesem Produkt? Nichts weiter als Gebrauchsmetal ist dieses Album nämlich, nur am Konsumenten vorbei, der definitiv genug von gleichen Alten hat.
FAZIT: Toller Sound, keine Überraschungen im Death-Thrash-Kontext. Immer brutal, ständig melodisch und ohne Wiedererkennungswert trotz guter Solos, Leads und eher zweitrangiger Riffs. Die Stimme ist eine unter vielen und macht gemeinsam mit dem Stangenartwork den Sargdeckel über SURVIVORS ZERO zu, ehe sie richtig losgelegt haben. Man geht heute auch baden, wenn man das Einmaleins der Wahlstilistik perfekt beherrscht ... in diesem Falle zu perfekt. Spielen können und aus innerem Drang müssen sind zwei Paar Schuhe; das hier ist gewollt, gekonnt und bloß abgespult.
Punkte: 7/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 02.10.2009
Tapio Wilksa
Tommi Virranta, Tapio Wilksa
Sami Jämsén, Jani Luttinen
Reima Kellokoski
Hellfest / Universal
37:55
16.10.2009