Das Berliner Duo hat sich seinen Erfolg mit harter Arbeit verdient. Selbstproduzierte Demosongs, eine EP („Democean“, ebenfalls eine Eigenproduktion) und harte Kämpfe in diversen Musikwettbewerben lassen Carmen und Huddle jedenfalls nicht als klinisches Casting-Gespann dastehen, das sich auf der Erfolgsleiter bloß hochgeschlafen. Nach dem 2007 erschienenen Debüt „snusnu“ läuten SWIM mit „Learn How To Swim“ die nächste maritime Paddelrunde ein.
Die elf Songs leben immer noch von Carmens Stimme und Huddles energisch gespielten Akustik-Gitarren, werden nun aber von Bass, Schlagzeug und Piano begleitet. „Learn How To Swim“ ist mit seinen poppigen Melodien ein Wohlfühl-Album, das von bösen Kritikerstimmen sicher leicht den Stempel „oberflächlich“ aufgedrückt bekommen könnte. Die Zielgruppe wird das nicht weiter kratzen, denn die meisten Menschen erwarten von Musik nicht mehr, als dass sie eingängig daher kommt und einfache Gefühle des täglichen Lebens in Töne gießt. Genau das machen SWIM gut, Carmens Stimme transportiert das Rockige ebenso anständig, wie die sanften, nachdenklichen Töne. Die Instrumente reißen zwar keine Originalitätsrekorde, versinken aber auch nicht in schleimiger Klischee-Soße.
FAZIT: „Learn How To Swim“ bietet akustischen, mit Verve gespielt Feeling-Rock, der hin und wieder etwas Tiefgang missen lässt, als Party-Soundtrack und live aber tadellos seine Pflicht erfüllen dürfte.
Erschienen auf www.musikreviews.de am 05.10.2009
Tobias Kabiersch
Carmen Hofacker
Hartmut “Huddle” Schwab
Hartmut “Huddle” Schwab
Severin Schlieffen
Hannes Kreuziger, Erik Gutow (Piano)
Artist Station Records
40:36
25.09.2009