Muse, Dredg, Porcupine Tree... Große Klappe, wenig dahinter und Thema verfehlt. Statt des Versprochenen bietet dieses Projekt nicht mehr als gehobenen Pop-Rock mit etwas anspruchvolleren Arrangements und der Ambition, eher erwachsene Zielgruppen zu bedienen. Zeitlos heißt hier: zu jeder Zeit im Fahrstuhl oder als Untermalung von Werbepausen hörbar.
Dezente Elektronika bestimmen nicht alle Tracks von THE NEW MEMBERS. Damit sorgen sie für einen einerseits erdigen und andererseits stets dem Zeitgeist entsprechenden Sound. Ohnehin ist die Produktion erhaben genug, die Refrains und Hooks eingängig bis zur Beliebigkeit. Die lyrischen Allgemeinplätze werden passenderweise mit indifferenter Stimme vorgetragen. Wo andere gewollt unterkühlt für sich einnehmen und Interesse am Geheimnisvollen wecken, genügen THE NEW MEMBERS sich allein darin, den Stift an die Gefühlsschablone anzulegen und nachzuzeichnen, ohne wirklich zum sich ergebenden Bild zu stehen. Pianoballaden, der obligatorische Groover sowie stilistisch nicht konkret einzuordnender Mainstream - das sind die bestimmenden Fatoren dieses keineswegs revolutionären Albums.
Nichts gegen professionell die Möglichkeiten der musikalischen und produktionstechnischen Moderne ausschöpfende Tonkunst - nur sollte diese nicht bloß Handwerk sein, sondern etwas im Herzen des Hörers anregen. Davon sind THE NEW MEMBERS als Duo weit entfernt. Wie wäre es eventuell mit frischem Blut in der "Band", das nicht nur was sagen möchte, sondern auch was zu sagen hat?
Fazit: Gleichgültige Musik provoziert Gleichgültigkeit. Der seichte Sound dieser Gruppe hat mit den genannten Bands null am Hut; stattdessen klingen sie wahlweise wie Sting oder David Bowie auf schlechten B-Seiten. Anders als diese beiden Künstler haben sich THE NEW MEMBERS jedoch bisher nicht anderweitig mit großer Musik verdient gemacht. Wer braucht also ein nett aussehndes Möbelstück, wenn er es nicht benutzt. Dieses Album ist eine Art Damentoilette in der Männer-WG, wo man angesichts einiger Mietmusiker eher das Gäste-WC gebraucht hätte.
Punkte: 4/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 04.08.2009
Alex Schäfer
Marco Huck
Alex Schäfer
Marco Huck
EIgenvertrieb
50:51
04.08.2009