So recht durchstarten konnten die Hard Rocker aus Syracuse ja noch nie, und es darf ehrlich gesagt bezweifelt werden, dass „Distilled“, das vierte Pamphlet der Amis, etwas an diesem Zustand ändern wird.
Zwar haben sich BRAND NEW SIN auf das, was sie am besten können, nämlich amtlich rocken, konzentriert, und auch Kris Wiechmann, der nach zig Lineupwechseln und dem 2008er Weggang des Leadsängers Joe Altier den Gesang kurzerhand selbst übernommen hat, macht einen guten Eindruck am Mikro, aber trotz wirklich guter, zeitloser, erdiger Rocknummern ohne Schnickschnack, die obendrein noch schön staubig trocken produziert wurden, mögen die Freudensprungimpulse einfach nicht einsetzen.
BRAND NEW SIN haben durchaus mehr Pfeffer im Rektum als so manch andere, vom Southern Rock beeinflusste Kapellen, allerdings erscheint vieles auf dem Album eine ganze Spur zu routiniert und abgeklärt, und manchersongs könnte man fast meinen, dass die Jungs sich ganz schön einen abgekrampft haben.
FAZIT: Im Grunde entspricht „Distilled“, das die drei Eckpfeiler Hard Rock, Classic Rock und Southern Rock weit umspannt, sämtlichen professionellen Ansprüchen, doch aufgrund der Gesichtslosigkeit der meisten Stücke bleibt nicht all zu viel hängen, das einen dazu zwingen würde, die Platte häufiger aus dem Schrank zu nehmen.
Punkte: 7/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 18.03.2010
Chuck Kahl
Kris Wiechmann
Kris Wiechmann
Kevin Dean
Eigenproduktion/Just For Kicks
41:26
26.02.2010