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Broken Marble: Stabbing My Heart

Stil: Crossover

Cover: Broken Marble: Stabbing My Heart

Die oberflächlicher veranlagte Schreiber- und Fanschar dürfte den neuesten Output der sächsischen Anhalter BROKEN MARBLE sicherlich voreilig in die GUANO APES-Schublade stecken, doch das wäre zu einfach, falsch, ja blödsinnig – und es würde dem Quartett zu keiner Zeit gerecht werden, wenn sie diesen Stempel trüge. Daher empfinde ich es auch als etwas ungeschickt, dass sich die Band auf ihrer myspace-Seite selbst mit eben jener Band oder EXILIA, DIE HAPPY und dergleichen vergleicht.

Dagegen sprechen nämlich so einige Fakten. BROKEN MARBLE loten die Extreme viel weiter aus und hegen den Crossovergedanken deutlich intensiver. Von bretthartem, manchmal fast thrashigem Metal über hüpfkompatibles Neu-Eisen bis hin zu Hip Hop, Alternative, Filmscores und Elektronik tobt sich der Vierer überall um einiges tiefgehender aus. Zudem sind die vielen progressiven Elemente nicht gerade üblich für den generell eher grooveorientierten Kreuzüber.

Die gefärbte Frontblondine Ina Zeplin bereichert die meist sprunggelenkstimulierende Musik mit ihrer rotzig-dreckigen, kräftigen und souligen Stimme und erinnert in den derberen Momenten eher an SKUNK ANANSIEs Skin als an Sandra Nasic. Aber auch die Kunst des Rappens und die einfühlsamen, fragilen Töne hat die Dame recht gut drauf. Auch sonst gibt es nicht viel zu meckern. Sound? Astrein, weil differenziert, klar und an den passenden Stellen stahlträgerschwer und in den richtigen Parts rein wie Quellwasser. Texte? Un-denglisch, unpeinlich, auf den Punkt gebracht. Attitüde? Geradeaus, in your face, ehrlich.

FAZIT: Es gibt doch noch richtig gute Crossoverbands aus Deutschland, die nicht so wendehälsisch, nicht so albern und nicht so anbiedernd unterwegs sind. All zu zugänglich sind die Songs nicht immer, aber so ist garantiert, dass "Stabbing My Heart" weniger Fast Food ist, sondern mehr etwas, an dem man eine Weile zu knabbern hat. Lediglich die Spielzeit erscheint hin und wieder ein wenig zu lang, was etwas zu Lasten des Hörers Aufmerksamkeit gehen kann. Gelegentlich würde ich mir außerdem wünschen, dass die Band noch mehr aus sich herausgeht, denn einige Stilexkurse erscheinen mir etwas gebrenst – so als hätten die vier eigentlich am liebsten noch 'ne Schippe drauf gelegt.

Punkte: 10/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 07.02.2010

Tracklist

  1. Prologue
  2. Bodycheck
  3. Family Process
  4. Bittersweet Perplexity
  5. Animosity
  6. Planet Paradise
  7. Be Somebody
  8. B.B.T. (Break Beat Theory)
  9. Symphony Of A Broken Legend
  10. Autumn Leaf
  11. Stabbing My Heart
  12. Adrenaline
  13. Something From The Inside
  14. L.O.S.T. (Love Syndrome Tragedy)
  15. Falling Star
  16. Epilogue

Besetzung

  • Bass

    Philip Gromeier

  • Gesang

    Ina Zeplin

  • Gitarre

    Alexander Gromeier

  • Schlagzeug

    David Pätzmann

Sonstiges

  • Label

    Yonah Records

  • Spieldauer

    65:34

  • Erscheinungsdatum

    29.01.2010

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