Ganz klar, das deutsche Fivepiece BURDEN beherrscht sein Handwerk perfekt, Sänger Thorsten macht mit seinem Organ Phil Anselmo und Eric Jelenovich locker Konkurerenz, und Songs wie das hypnotisch-melodische „Done With Denial“ oder das bitter klagende „About The Veil And The Wound“ sind einfach nur zum Sterben schön.
Aber, aaaaber! Aberaberaber: Könnte die Band diesen hohen Standard auch halten, wenn sie auf einem Großteil der Scheibe nicht so elendig offensichtlich DOWN als Vorbild nähme? Selbst das Logo BURDENs ist mit dem gleichen Schrifttyp gestaltet worden wie das der Truppe aus New Orleans, sodass sich diese Kapelle vollends ihrer Identität beraubt und sich für die Zukunft selbst stigmatisiert.
Bis auf ein paar Ausreißer und einem wahrscheinlich nicht ganz so hohen Tetrahydrocannabinol-Gehalt ist „A Hole In The Shell“ ein Album, für das die Band sich in Zukunft wohl recht häufig mit Vorwürfen des Plagiatismus konfrontiert sehen muss. Da können sich BURDEN noch so rausreden, von wegen stilistisch breites Spektrum, Authenzitität, Ehrlichkeit und Tante Kunigunde – doch das wird alles nichts an der Tatsache ändern, dass die Jungs ihres eigenen Rufes Schmied sind.
FAZIT: Als DOWN-Methadon ist dieses Album sicherlich perfekt geeignet, aber da ist immer noch dieses Aber, und wenn das Aber nicht wäre, dann wäre aber was los in der Musikwelt – denn Songs schreiben können die mehr als fähigen Buben bestens. So jedoch bleibt ein unangenehmer Beigeschmack.
Punkte: 9/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 04.10.2010
Johnny
Thorsten
Saint D., Marcus
Dave
Ván GbR
57:36
15.10.2010