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Mörser: 1st Class Suicide

Stil: Grind/Metal/Core

Cover: Mörser: 1st Class Suicide

Wirklich einordnen ließen sich die Bremer MÖRSER ja noch nie. Für Death Metal zu grindig, für Grindcore zu tödlich, für Powerviolence zu metallisch, für Metal zu corig, für Core zu wenig Core. Nicht nur das spricht für einen hohen Eigenständigkeitsfaktor, sondern auch die originellen Parts, die immer wieder den Wall der Standards durchbrachen – und auf dem aktuellen Werk auch wieder durchbrechen.

Klar, auch „1st Class Suicide“ wird reflexartig an allen Ecken und Enden mit dem legendären Knaller „Two Hours To Doom“ aus dem Jahre 1997 verglichen und an ihm gemesssen werden – ein Fehler, den ich zuerst auch wieder gemacht habe. Losgelöst von komparativen Ansätzen ist das nicht einmal halbstündige Massaker, das das inzwischen personell etwas veränderte Septett hier abliefert, allerdings ein Knüppelinferno erster Klasse.

Gnadenloses Blastbeatgeballer, flinke und teils ganz schön knifflige Riffs, verdrehte Rhythmussprengsel, vernichtende Grooves und diese MÖRSER-typischen Harmonien und Melodiefragmente bilden das Fundament dieses kompromisslosen Brechers, welcher so einige aktuelle Brutalo-Releases da stehen lässt wie ein Hauskätzchen neben einem hungrigen Löwen. Oben drauf kommt dieses Mal noch die herrlich besessen tönende Triple-Vocal-Armada von Denny, Chaco und Grobi, bei welcher man einfach nur noch breit und zufrieden grinsen muss.

Wie für das Label typisch, wurde auch MÖRSERS neuester Streich mit einem Blauwalpenis-Sound (dick, schwer und erschlagend – und wehe, das Ding explodiert...) versehen, der einen von der ersten Sekunde an eins über die Rübe zieht und die Zahnfüllungen moussieren lässt.

FAZIT: Auch wenn mir beim Erstdurchlauf der Gedanke kam, dass sich die sieben Jungs zu sehr in Richtung Standard bewegen, besitzen die Nordlichter genügend Einzigartigkeit, um ihren Sound trotz hörbarer Modernisierung nicht zu verfälschen. „1st Class Suicide“ ist schlicht und einfach ein derbes Dauerfeuer aus kraftvollen Hieben, und das auf hohem Niveau.

Punkte: 12/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 03.04.2010

Tracklist

  1. Small Weak Virus
  2. Burning Sensation
  3. Concrete Head Crush
  4. Synthetics For The Devil
  5. Miserable Failure
  6. Fresh & Powdered
  7. Solicious Crump
  8. NnM
  9. Blind
  10. The Legend Of Dunhill
  11. Exist (Acting Brutal)

Besetzung

  • Bass

    Matze

  • Gesang

    Denny, Grabi, Chaco

  • Gitarre

    Sven, Svenion

  • Schlagzeug

    André

Sonstiges

  • Label

    Bastardized Recordings

  • Spieldauer

    27:37

  • Erscheinungsdatum

    26.03.2010

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