"A Fistful Of Dirt" ist das dritte Album der Münsteraner Truppe MR. IRISH BASTARD. Wie kommt der ungewöhnliche Bandname zustande? Weil der Sänger The Irish Bastard nunmal aus Irland stammt! Was die fünfköpfige Kombo hier abliefert, wird unter Irish Folk Punk eingeordnet. So ist im Grunde klar, was den Hörer erwartet. Traditionelle irische Melodien treffen auf punkigen Rock. Dazu kommt eine ordentliche Portion von Pub-Feeling.
Ein Gros der stimmungs- und energievollen Tracks sind daher auch die optimale Party- und Trinkbeschallung, die sicherlich auch noch bei hochprozentiger Vorbelastung funktioniert. Bei "Bite The Dust", "Skin & Bones", "I Smell The Blood", "Don't Judge Me", "Refugee From Hell" oder "Isn't It Grand, Boys?" kann man eigentlich schon gar nicht anders: Man muss im Takt mitgehen, seine Glieder bewegen und in die eingängigen Refrains einstimmen, während ein dunkles Bier verführerisch lockt.
Doch Feiernummern ist nicht alles, was MR. IRISH BASTARD auf Lager haben. Die bezaubernden Melodielinien und die Atmosphäre von Stücken wie "Ghosttrain", "Second World Song", "Another Man's Country" und "End Of The World" laden den Hörer zum Träumen von einer grünen Insel ein, wecken Sehnsüchte und die Begierde, sich dorthin zu begeben und dabei meilenweit vom Alltagsstress zu entfernen. Dank "A Fistful Of Dirt" gelingt einem das zumindest eine gute dreiviertel Stunde lang, bevor man nach Ende der Scheibe von der Realität wieder eingeholt wird.
Das Album offenbart keine Schwächen. Es wurde durchweg auf hohem Niveau komponiert, und diese songwriterische Qualität wird durch die klasse Performance der Fünf hervorragend umgesetzt. Sogar die erst etwas befremdliche Folk-Punk-Variante des New-Wave-Songs "You Spin Me Round" macht bald Laune. Durch den Einsatz von Instrumenten wie Mandoline, Banjo oder Flöten ist die Musik stets authentisch und kann Stimmung und irisches Feeling bestens rüberbringen. Und Irish Bastard setzt dem Ganzen mit seiner rauchigen und ausdrucksstarken Stimme noch die Krone auf.
FAZIT: Ein ungeheuer stimmungsvolles Album mit klasse Songs und tollen Melodien, das irisches Flair auf punkrockige Art sehr gut vermittelt und Lust auf viel mehr von dieser Musik macht.
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 17.04.2010
Boeuf Strongenuff
The Irish Bastard
The Irish Bastard
Ivo K'Nivo
Lady Lili (Flöten), Gran E. Smith (Banjo, Mandoline)
Reedo Records/Rough Trade
46:07
23.04.2010