Nach zwei Jahren Existenz gibt es hier den ersten Längerplayer des Fünfers aus Bologna zu bewundern. „Longplayer“ wäre mit der ohnehin kurzen Spielzeit, die noch dazu nur aufgrund einer ordentlichen Lücke vor dem Outo erreicht wird, sicher der falsche Begriff, aber dafür geht es in der verbleibenden Zeit auf „Symmetry Of Delirium“ absolut heftig zur Sache.
Auch wenn sich mir der Sinn des Albumtitels nicht wirklich erschließt – schienen mir doch alle deliranten Menschen, die ich bisher beobachten konnte, weit weg von jeder Form der Symmetrie zu sein – passt er doch hervorragend zum brutalen Elixier der Italiener, die sich tapfer neben ihren kampferprobten Helden MORBID ANGEL, ANIMOSITY und MESHUGGAH durch den undurchdringlichen Todesriff-Dschungel Amerikas kämpfen. Gefangene werden auf diesem Trip in seelische Abgründe nicht gemacht, scheinbare Dissonanzen unter den Gitarrenhelden werden in erlösenden Breaks aufgelöst und Kommandant Meschiari growlt abgrundtief seine heiseren Befehle: „Härter, heftiger, brutaler!“, um bei Befehlsverweigerung in herbes Gekreische umzuschlagen.
Im Ernst: Trotz aller Chaosparts und polyrhythmischen Taktspielereien bleiben MURDER THERAPY doch nachvollziehbar und phasenweise sogar erinnerbar, auch wiederholte Durchläufe der Scheibe sorgen für Freude und verschaffen ihr damit eine gehörige Portion Nachhaltigkeit. Gelungener Einstand.
FAZIT: Wenn auch kurze, dennoch feine Brutalo Death Metal-Scheibe im Geiste von MORBID ANGEL und Konsorten, mit ordentlich Frickelparts, erträglichen Dissonanzen und üblen Taktwechseln, die für Nackenschmerzen sorgen dürften, aber irgendwie doch immer wieder Freude bereiten. MURDER THERAPY erfinden nichts neu, sorgen mit ihrem asymmetrischen Delirium aber für einen guten Start ins neue Jahrzehnt...
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 16.01.2010
Simone Esperti
Riccardo Meschiari
Francesco D'Adamo, Sean Worrell
Marco "Samu" Bolognini
Deity Down Records
32:23
15.01.2010