Ich glaube es der Band ja, dass die Entstehung des neuen, mit „Andagony“ betitelten Longplayers ein „intensiver und kreativer Produktionsprozess“ gewesen sein soll. Nur: Wohin sind die Kreativität und die Intensität in der Zwischenzeit ausgebüxt? Ich guck mal unterm Sofa... nee, da sind sie auch nicht. Mal 'ne Vermisstenmeldung aufgeben.
So viel Großkotzigkeit und Selbstüberschätzung wie in beiliegendem Schreiben, das auf fünf der dreizehn Songs eingeht, liest man selten. Attribute wie „hymnenhaft“, „grandios“, „experimentell“, „Ohrwurmpotenzial“, „originell“ und „Power“ fliegen einem nur so um die Ohren, auf „Andagony“ findet sich jedoch lediglich fast eine Stunde stereotypen, metallischen Gothic Rocks mit Allerweltsmelodien, Standardriffs, ausdrucksarmem Gesang und zigtausendfach gehörten Keyboards.
FAZIT: MYSTIGMAs Schaffen hört sich an wie die durch ein Kreativitätssieb gefilterte heimische Sammlung eines durchschnittlichen Stromgitarrengothichörers. Ohne eigene Akzente, mit durchschnittlichen Songs, Szenerecycling pur eben. Schnell in die Staubfängerkiste mit der Scheibe...
Punkte: 5/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 29.09.2010
Stephan Richter
Torsten Bäumer
Jörg Bäumer
Jens Meier
Echozone
55:26
01.10.2010