Seit 2006 musizieren drei Wiener Jungs und Frontfrau Kati unter dem Namen ROOGA und legen mit "Behind The Mirror" ihren zweiten Longplayer vor. Mit dem Gewinn von zwei Nachwuchswettbewerben und dem vom Kräuterschnaps-Hersteller verliehenen Titel "Jägerband Österreich" sowie einigen Festival- und Supportshows konnte man auf sich aufmerksam machen. Der große Wurf könnte nun aber mit der neuen Platte gelingen.
Kraftvoller Rock mit eingängigen Melodien und starkem Fräuleingesang sind die Markenzeichen und wer gerne mal Alben von DIE HAPPY, FLYLEAF, SKUNK ANANSIE und vor allem den GUANO APES auflegt, sollte sich den Namen ROOGA merken. Die musizieren zwar jetzt nicht gerade außergewöhnlich, das was sie machen hat aber Hand und Fuß. Auf instrumentaler Basis gibt es überhaupt gar nichts zu mäkeln, der moderne, aber gleichermaßen zeitlose Rock mit Alternative-Anleihen wird mit Reife und Professionalität dargeboten. Trotz aller Eingängigkeit und mitunter bestechend guter Refrains klingen ROOGA aber nicht zu glattpoliert und weisen einen angenehmen Härtegrad auf. Spielfreude und Enthusiasmus merkt man fast zu jeder Sekunde. Gekrönt wird das alles aber von der wirklich guten Gesangsleistung von Frontfrau Katrin Tratz, sie hat eine angenehme, ganz leicht nasale Stimme, kann auch wild drauflos röhren und überzeugt vor allem mit unheimlich viel Gefühl in den Stimmbändern.
Das Songwriting ist ebenfalls gelungen und kommt sofort auf den Punkt. Freakig-funkige Experimente wie sie bei den GUANO APES gerne mal den Fluss störten, spart man sich, nicht aber die latente Hitlastigkeit. Wer auf einen solchen Sound steht, wird am guten Opener "The Clock", dem intensiven "Face To Face" und dem nicht minder packenden "Hey Now (You're My Fate)" genauso Freude haben, wie am emotionalen "Tear", dem flotten "Frustration" und dem starken Rausschmeißer "Tick Tack Tock". Unerwartet ruppig sorgt man mit "Go!" für Abwechslung und im Radio dürfte das balladeske "Broken" Chancen haben. Die Songtitel deuten an, dass ein angenehmer Hauch von Melancholie durch das Album weht, zwischenmenschliches nimmt in den märchenhaft verpackten Texten einen hohen Stellenwert ein, wodurch die Musik von ROOGA schnell zu Herzen geht.
FAZIT: "Behind The Mirror" ist eine starke Rockplatte mit Tiefgang geworden, die schnell ins Ohr geht, aber nicht wieder schnell herausflutscht. Damit stehen ROOGA auf einer Stufe mit den genannten Vergleichsbands.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 25.11.2010
Victor-Ezio Gabriel
Katrin Tratz
Alexander Haustein
Klaus Weber
Artist Station Records
48:17
29.10.2010