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Ross The Boss: Hailstorm

Stil: Heavy Metal

Cover: Ross The Boss: Hailstorm

Bis 1988 war Ross "The Boss" Friedman Gitarrist bei den selbsternannten "Kings Of Metal" MANOWAR. Nach seinem Ausstieg widmete er sich jahrelang bluesrockigen Klängen, bevor er 2005 zunächst mit seiner ehemaligen Band, danach mit wechselnden Musikern die Rückkehr zum Heavy Metal wagte. Inzwischen ist er mit einer eigenen, nach ihm selbst benannten Band am Start, bei der mit Sänger Patrick Fuchs und Basser Carsten Kettering zwei Mitglieder von IVORY NIGHT spielen. Das 2008er-Debüt von ROSS THE BOSS war großspurig "New Metal Leader" benannt, nun legt man mit "Hailstorm" nach.

Wie nicht anders zu erwarten, gibt es traditionellen Metal zu hören, der durchaus das Prädikat "altbacken" verdient. Natürlich orientiert man sich immer wieder beim Sound von Ross' ehemaliger Band und so dürfen sich MANOWAR-Fans, die nicht unbedingt auf Hörspiele mit ein bisschen Zwischenmusik stehen, über Songs wie das gelungene, galoppierende "Kingdom Arise", die stampfende Hymne "Empire's Anthem" inklusive Bass-Solo oder das ebenfalls im Midtempo angesiedelte "Crom", freuen. Um nicht als Kopie durchzugehen, grast man das Feld des traditionellen Metals auch in anderen Bereichen ab, das gute, melodische "Dead Man's Curve" hat Twinguitar-Leads à la IRON MAIDEN zu bieten, das Piano-Intro von "Among The Ruins" könnte auch von SAVATAGE stammen und JUDAS PRIEST werden im pathetischen "Shining Path" zitiert.

Doch in Sachen Abwechslung geht man noch ein paar Schritte weiter, der Titeltrack ist nämlich das härteste Stück auf "Hailstorm" und bietet Thrash-Anleihen, während "Burn Alive" den Härtegrad Richtung Hardrock herunter fährt. Der Song ist zwar eingängig, an Belanglosigkeit jedoch kaum zu überbieten. "Great Gods Glorious" ist ein Instrumental, in dem Ross mit Bombast-Leads seine Qualitäten demonstriert, das getragene "Behold The Kingdom" hat immerhin noch einen passablen Refrain zu bieten. Gesanglich kann Patrick Fuchs im Großen und Ganzen überzeugen, in den kraftvollen Passagen gar ein bisschen mehr, sonst klingt er leicht nasal. Die Produktion von "Hailstorm" ist eher modern, denn altbacken, lediglich der Hall in den Vocals klingt nach 80er-Epik.

FAZIT: "Hailstorm" beginnt sehr ordentlich, doch hat man den Eindruck, dass ROSS THE BOSS sein Pulver nach den ersten vier Tracks verschossen hat. Abgesehen von "Burn Alive" sind die folgenden Songs zwar nicht schlecht, aber auch nichts Besonderes. Handwerklich gibt es keinen Grund zur Klage, insgesamt gibt es im traditionellen Metal aber bessere Alternativen.

Punkte: 8/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 05.11.2010

Tracklist

  1. I.A.G.
  2. Kingdom Arise
  3. Dead Man's Curve
  4. Hailstorm
  5. Burn Alive
  6. Crom
  7. Behold The Kingdom
  8. Great Gods Glorious
  9. Shining Path
  10. Among The Ruins
  11. Empire's Anthem

Besetzung

  • Bass

    Carsten Kettering

  • Gesang

    Patrick Fuchs

  • Gitarre

    Ross The Boss

  • Schlagzeug

    Matze Mayer

Sonstiges

  • Label

    AFM Records

  • Spieldauer

    45:25

  • Erscheinungsdatum

    29.10.2010

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