Alle diejenigen, die am traditionellen Metal kritisieren, dass sich die Musik nicht weiterentwickelt und es im Prinzip nichts Neues zu entdecken gibt, müssten zumindest einige SLOUGH FEG-Alben im Schrank stehen haben. Denn diese Band klingt vor allem nach sich selbst, meidet sämtliche Klischees sowohl in Hinblick auf intelligente Text- als auch originelle Covergestaltung und variiert ihren Sound von Album zu Album.
„Animal Spirits“ ist bereits das achte Werk der Truppe, wobei die ersten vier Alben unter dem Namen THE LORD WEIRD SLOUGH FEG veröffentlicht wurden. Der Band-Sound wird vor allem durch den markant-melodischen Gesang von Michael Scalzi und die großartigen doppelläufigen Gitarren-Melodien in der Tradition von THIN LIZZY geprägt. Dazu kommt eine kräftige Portion NWOBHM, etwas 70er-Jahre-Hardrock und Folk. Warum die Band häufig mit dem Begriff „kauzig“ in Verbindung gebracht wird, ist allerdings etwas unverständlich, da wirklich schwer Verdauliches à la CIRITH UNGOL eigentlich keine Rolle spielt. Lediglich der Sound (insbesondere bei den Gitarren) ist relativ roh und naturbelassen. Wie dem auch sei, SLOUGH FEG verstehen es vor allem mitreißende Songs zu schaffen, die sich nach einigen Durchläufen sehr nachhaltig in den Gehörgängen festsetzen. Letztlich ist beinah jeder Schuss ein Treffer. Besonders positiv stechen, neben dem flotten Opener „Trick The Vicar“, die extrem eingängigen „The 95 Thesis“ und „Kon-Tiki“ sowie die folkige Halbballade „Second Coming“ hervor, welche musikalisch an das geniale „White Cousin“ vom Vorgänger anknüpft. Im Unterschied zu „Ape Uprising“ hat man diesmal (leider) auf ausschweifende, Doom-lastige Beiträge verzichtet und konzentriert sich stattdessen auf kompakte Songs, die alle die Fünf-Minuten-Grenze unterschreiten. Stilistisch liegt das Album insgesamt etwa auf der Linie des 2005er Outputs „Atavism“.
FAZIT: „The Animal Spirits“ ist ein weiteres originelles und qualitativ hochwertiges Album aus dem Hause SLOUGH FEG und es wäre besonders dieser Band zu wünschen, dass davon ein größerer Teil der Szene Notiz nimmt als bisher.
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 19.10.2010
Adrian Maestas
Michael Scalzi
Michael Scalzi, Angelo Tringali
Harry Cantwell
Cruz Del Sur Music
38:40
22.10.2010