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Sonic Syndicate: We Rule The Night

Stil: Pop mit harten Gitarren

Cover: Sonic Syndicate: We Rule The Night

Die schwedischen Senkrechtstarter SONIC SYNDICATE sind mit ihrem insgesamt vierten Album "We Rule The Night" endlich angekommen: im Niemandsland der seelenlosen Popmusik. Was sich mit der Vorab-EP "Rebellion" bereits andeutete, wird nun vollends vollzogen, nämlich die beinahe komplette Abkehr von modernem Metal mit Wurzeln im Melodic Death Metal, hin zu eingängigem, radiotauglichen Rock, der kaum noch Ecken und Kanten aufweist.

Daran ändert weder die Tatsache, dass Neu-Sänger Nathan J. Biggs hin und wieder noch ein paar Screams ablässt, noch der Einsatz von relativ harten Gitarren etwas, denn die Songs an sich sind so dermaßen auf Mainstream gestriegelt, dass man wirklich kaum noch von echtem Metal sprechen kann. Kaum ein Song durchbricht die Schallmauer von dreieinhalb Minuten und es wimmelt nur so von eingängigen Refrains, zeitgemäßen Keyboard-Sounds, die über weite Strecken sehr dominant sind und harmonischen Gesangslinien, die in jeder Rock-Disco auf Wohlwollen stoßen und durchaus auch die Chance auf Radio-Airplay haben. Das trifft besonders auf die eher balladesken Nummern "My Own Life" und "Miles Apart" zu und letzteres ist der absolute Tiefpunkt des Albums und in seiner Glätte beinahe unerträglich.

Zugute halten kann man, dass der Pop-Faktor im letzten Drittel des Albums ein wenig nachlässt. So ist "Plans Are For People" eine recht erwachsene Nummer und "Leave Me Alone" geht mit seiner Melancholie ebenfalls durchaus in Ordnung. "Break Of Day" gehört zu den härtesten Songs des Albums und hier schimmern die Ursprünge der Band in Ansätzen durch. Objektiv muss man auch dem Opener "Beauty And The Freak" mit seinem guten Refrain, dem Ohrwurm "Burn This City" oder Songs wie "Revolution, Baby" und "Turn It Up" attestieren, gut gemacht und alles andere als schlecht zu sein, doch subjektiv ist der Trim auf Massentauglichkeit zu konsequent und offensichtlich, als dass man das ignorieren könnte. Dass das von Toby Wright (Korn, Fear Factory, In Flames u.a.) gemixte Album natürlich perfekt klingt, muss wohl kaum extra erwähnt werden - auf "We Rule The Night" wird eben gar nichts dem Zufall überlassen.

FAZIT: Ähnlich wie Linkin Park es mit ihrem dritten Album "Minutes To Midnight" getan haben, justieren SONIC SYNDICATE ihren Sound komplett in Richtung Pop - zwar in der Ausführung nahezu makellos, letztendlich fehlen dem Album aber Seele und Persönlichkeit. Und mit Metal hat das letztlich fast nichts mehr zu tun - verzerrte Gitarren hin oder her.

Punkte: 7/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 30.08.2010

Tracklist

  1. Beauty And The Freak
  2. Revolution, Baby
  3. Turn It Up
  4. My Own Life
  5. Burn This City
  6. Black And Blue
  7. Miles Apart
  8. Plans Are For People
  9. Leave Me Alone
  10. Break Of Day
  11. We Rule The Night

Besetzung

  • Bass

    Karin Axelsson

  • Gesang

    Nathan J. Biggs

  • Gitarre

    Roger Sjunnesson, Robin Sjunnesson

  • Schlagzeug

    John Bengtsson

Sonstiges

  • Label

    Nuclear Blast GmbH

  • Spieldauer

    40:24

  • Erscheinungsdatum

    27.08.2010

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