THE STENCH waren eine Ami-Hardcoreband, die immerhin 7 Longplayer veröffentlicht hat, bevor sie sich Anfang der Neunziger aufgelöst hat. Und der Schönheitsfehler?
Jene STENCH sind nicht diese STENCH, die in Schweden beheimatet sind und überraschenderweise Death Metal spielen. Das tun sie auch schon in leicht anderer Besetzung als TRIBULATION, die mit „The Horror“ ein beachtliches Werk zwischen Death und Thrash vorgelegt haben. STENCH sind unüberhörbar ähnlich gelagert, Thrash ist allerdings von der Speisekarte gestrichen, dafür wurden aber diverse Demos der aufkeimenden Szene Anfang der Neunziger verschlungen und „In Putrescene“ würde in einer Sammlung jener Kassetten kaum auffallen, so konsequent Alte Schule ist die Scheibe geworden.
Der Haken ist nur: Wer die Originale besitzt, braucht nicht zwingend den 143. Aufguss derselben Spielart, auch wenn STENCH durchaus ihre Momente haben. Zunächst fällt der kompromisslos auf „alt“ getrimmte Sound auf, die Gitarre ist auffallend dünn und weit im Hintergrund, der Bass mörderlaut, aber sehr kompetent behandelt, während die Drums ordentlich scheppern. Was mir aber negativ aufstößt, ist der penetrant laute heiser gekreischte Gesang, der auch einer schlechten Black Metal-Kombo entliehen sein könnte. Vom Gitarrenriffing sind STENCH durchaus komplex und abwechslungsreich, irgendwie erinnert mich die ganze Scheibe an OBLIGATORISK TORTYR, ein Vergleich, der aber nur Insidern weiterhelfen wird. Nee, der Gesang geht mir hier auf die Dauer echt auf die Nüsse...
FAZIT: Auf Anfang Neunziger-Demo-Level getrimmte aktuelle Veröffentlichungen sind irgendwie entbehrlich, da all die faszinierenden Originale im Netz kursieren. Da empfehle ich doch, mal direkt den Großvätern der Szene ein Ohr zu leihen.
Punkte: 7/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 27.10.2010
Anton (live)
Micke
Jonathan, Seb (live)
Jonka
Agonia Reords
31:03
29.10.2010