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Reviews

Stevie Salas / Bernard Fowler: The Best of the IMFs 2010

Stil: Hard / Funk / Blues Rock

Cover: Stevie Salas / Bernard Fowler: The Best of the IMFs 2010

Ron Wood, Darryl Jones von den Stones, Dave Abbruzzese, Kettenalice Jerry Cantrell, der Parlamentarier und Funkadeliker Bernie Worrell, Bass-Asse wie Doug Wimbish, Bootsy Collins und TM Stevens, Juan Alderete von The Mars Volta, Carmine Rojas aus David Bowies Band, Brian Tichy sowie Waddy Wachtel … ein namensträchtiges Aufgebot befindet sich auf dieser Werkschau von STEVIE SALAS, die dahingehend sinnvoll ist, da man die Tracks in Europa kaum offiziell auftreiben kann.

SALAS lässt seinen Rock seit jeher mit Funk- und Blues-Elementen von der Kette und hat weder mit Colorcode noch Nicklebag - zumindest in unseren Breitengraden - über Insiderkreise hinaus Erfolg gehabt. Trotz Gitarrenheldenstatus ist die Musik des Barden weit davon entfernt, nur etwas für Griffbrettschüler und Kollegen zu sein, die einem Profi auf die Griffel schauen möchten. Vielleicht waren die verschiedenen Formationen ihrer Zeit auch ein wenig voraus, denn ein heavy Ding wie Nicklebags "Trapped Like A Rat" könnte den jungen Hörer von heute bei entsprechender Promotion durchaus ansprechen. Zweifellos wäre auch eine Platzierung im neuerlichen Classic-Rock-Boom kein Ding der Unmöglichkeit, und in Zeiten, die Blues-Emporkömmlingen wie Joe Bonamassa gute Absatzzahlen bescheren, rückt die Möglichkeit des Erfolgs vielleicht tatsächlich in greifbare Nähe. Mr. SALAS dürfte es aber gleich sein, denn er nagt nicht am Hungertuch, stand früher schon so im Saft des High Energy Rock wie heute - Experimente nicht ausgeschlossen, wie die Kollaborationen mit BERNARD FOWLER bekunden. "Get Away" mit seinen hibbeligen Beats und Bläsern passt beinahe schon in die Dub-Disco und bleibt dennoch naturbelassen. Hip-Hop-Rhythmen erschrecken auf dieser Scheibe garantiert keinen Traditionalisten, der gelegentlich auch mal mit dem Arsch wackelt ("Body Slamm"), wofür auch der warme Sound verantwortlich ist.

Im Live-Kontext dürften die üppigen Grooves noch mehr begeistern, was SALAS mit einer Tour unter Beweis stellt. Dieser Wert-fürs-Geld-Release gibt einen Eindruck davon und gehört gewiss auf den Einkaufszettel von Neuentdeckern im angesprochenen stilistischen Feld. STEVIE SALAS wird in hiesigen Breitengraden medial seit Jahren eher stiefmütterlich behandelt (okay, das beruht auf Gegenseitigkeit); sein Label hat nun zumindest einen ersten Schritt zur Besserung getan und auch aufmachungstechnisch (üppiges Booklet) einen erstklassigen Job abgeliefert. Weitere Anspieler: "Hit It or Quit It", FOWLERS feines "You Know What I Mean", die Big-Beat-Sounds in "Ralo's Boogie" sowie das coole Garbage-Cover "Happy When It Rains".

FAZIT: STEVE SALAS lässt mit Dauerseitenmann BERNARD FOWLER Karriereabschnitte Revue passieren. Die Klammer besteht aus mit dezenten Neuerungen versehenem Funkrock, durchweg mitreißend und nicht am Zeichenbrett konstruiert. Nicht zuletzt ob der Fülle an Stücken empfiehlt die Platte sich für die kommenden Sommermonate, wenn es abends bei der Gartenparty einmal länger werden sollte.

Erschienen auf www.musikreviews.de am 02.05.2010

Tracklist

  1. Fowler - Your Future
  2. Nickelbag - Sweet Thang
  3. Colorcode - Get Your Hands in the Air
  4. Nickelbag - Trapped Like a Rat
  5. Fowler - Get Away
  6. Salas - Body Slamm
  7. Nickelbag - Love Song
  8. Nickelbag - Grow
  9. Nickelbag - Hit It or Quit It
  10. Fowler - Small
  11. Fowler - You Know What I Mean
  12. Nickelbag - Dope Fiend
  13. Nickelbag - Too Many Mountains
  14. Salas - Ralo's Boogie
  15. Salas - Soul Ecstasy
  16. Nickelbag - Planet Earth Blues
  17. Salas - Punkass Bitch
  18. Nickelbag - Only Happy When It Rains

Besetzung

  • Bass

    Diverse

  • Gesang

    Diverse

  • Gitarre

    Diverse

  • Keys

    Diverse

  • Schlagzeug

    Diverse

Sonstiges

  • Label

    Bellaphone International

  • Spieldauer

    74:24

  • Erscheinungsdatum

    30.04.2010

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