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Stratovarius: Infinite (Re-Release)

Stil: Power Metal/Melodic Metal

Cover: Stratovarius: Infinite (Re-Release)

Was waren STRATOVARIUS in den Neunzigern doch für eine Hausnummer, wenn es um hochmelodischen Metal mit symphonischen Elementen ging. Ein Großteil derer, die in dieser Zeit ihr metallisches Erwachen hatten, dürften den Klängen von Timo Tolkki und Timo Kotipelto aufmerksam gelauscht haben. Die Finnen boten sich als Einstiegsdroge an: Trotz eindeutiger Metalverbundenheit waren die Songs von STRATOVARIUS von höchster Eingängigkeit gekennzeichnet und boten auch denjenigen Hörern etwas, die dem finsteren Getue vieler anderer Schwermetall-Bands eher skeptisch gegenüber standen. Die farbenfrohen, teils unerträglich kitschigen Coverbilder waren Blickfang und geschmackliche Zerreißprobe gleichermaßen.

„Infinite“ wird von vielen Melodic-Metallern als Glanzstück der STRATOVARIUS-Diskographie angesehen. Mit dem Mut zu nahezu pervers eingängigen Hymnen trafen die Finnen genau den Nerv der Melodieverliebten, die auf Konzerten inbrünstig die Refrains ihrer Helden mitschmetterten. Zwar gab sich die Band schon damals episch, doch der angeproggte Bombastoverkill mit Symphonieorchester und riesigen Chören, wie er auf dem Nachfolgealbum „Elements Part 1“ dargeboten wurde, sollte noch drei Jahre auf sich warten lassen.

Gut zehn Jahre nach der Erstveröffentlichung erscheint „Infinite“ im schicken Digipack sowohl als Einzel-CD als auch als Doppeldecker mit mehreren Bonustracks. Das Artwork wurde dezent erweitert und neue Bandfotos wurden eingefügt. „Why Are We Here?“ und „It's A Mystery“ erschienen bereits auf einer älteren Special-Edition von „Infinite“ und fanden 2001 auch ihren Weg auf die „Intermissions“-CD, die 2001 veröffentlicht wurde und jede Menge Bonustracks, Livetracks und B-Seiten enthielt. „Neon Light Child“ befand sich damals nur auf der Sonderausgabe von „Intermissions“ – das Label scheint die Bonustracks mit Bedacht auf seine Special-Editions zu verteilen …

Abgerundet wird die zweite CD noch mit zwei Demo-Songs und zwei Live-Versionen, die hauptsächlich für Fans interessant sein dürften. Die Einzel-CD-Ausgabe beinhaltet übrigens nur „Why We Are Here“ als Dreingabe, weswegen vor allem wegen des günstigen Internetpreises von ca. 13 Euro doch lieber gleich zur Limited-Edition im Doppeldecker-Format gegriffen werden sollte.

FAZIT: Hübsch anzusehen ist diese Wiederveröffentlichung von „Infinite“ auf jeden Fall. Mehrwert wird dem Die-Hard-Fan aber nicht geboten, da die relevanten Bonustracks bereits auf „Intermissions“ zu finden waren. Der Ruch der Geldschneiderei liegt also dezent in der Luft … das alles ist aber kein Drama, denn wer kein Interesse hat, braucht auch nicht zu kaufen.

Erschienen auf www.musikreviews.de am 18.06.2010

Tracklist

  1. <span style="font-weight: bold;">CD1</span>
  2. Hunting High And Low
  3. Millenium
  4. Mother Gaia
  5. Phoenix
  6. Glory Of The World
  7. Million Light Years Away
  8. Freedom
  9. Infinity
  10. Celestial Dream
  11. -
  12. <span style="font-weight: bold;">CD2</span>
  13. Why Are We Here
  14. It’s A Mystery
  15. Neon Light Child
  16. Hunting High And Low (Demo-Version)
  17. Millenium (Demo-Version)
  18. Phoenix (Live-Version)
  19. Infinity (Live-Version)

Besetzung

  • Bass

    Jari Kainulainen

  • Gesang

    Timo Kotipelto

  • Gitarre

    Timo Tolkki

  • Keys

    Jens Johansson

  • Schlagzeug

    Jörg Michael

Sonstiges

  • Label

    ear Music/Edel

  • Spieldauer

    49:56 + 38:17

  • Erscheinungsdatum

    04.06.2010

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