Oh, ein Quartett aus Göteborg, das resistent gegen den Melodic Death Metal-Virus ist und statt dessen übelsten Proto-Black Metal herausprügelt. Die Herren BATHORY und VENOM würden vor Begeisterung auf dem Sofa hüpfen, wenn sie denn noch alle könnten, sind STYGGELSE doch ihre direkten Nachfahren.
Eine gewisse – aber durchaus passende – Stumpfheit ist im Laufe der knappen halben Stunde zu verzeichnen, in der dem Hörer einem Faustschlag gleich ein räudiger Bastard aus eben jenen Originalen und einer großen Menge Death Metal-, Punk- und Crust-Spirit ins Gesicht schlägt. Fehlende Feinheiten und unoriginelle Riffs werden durch eine zusätzliche Schippe Direktheit und Schmirgelpapier im Sound locker übertüncht, hier will niemand einen Originalitätspreis gewinnen, sondern ordentlich Dampf ablassen und genau hierfür ist „Heir Today God Tomorrow“ perfekt geeignet.
33 Minuten Spielzeit können manchmal zu kurz sein, aber wie hier auch genau passen, um gerade noch keine Langeweile aufkommen zu lassen und das Energielevel hoch zu halten. Recht so.
FAZIT: STYGGELSE prügeln sich auf ihrem Debüt durch neun Songs, die sie vor 25 Jahren zu Vorreitern in einem gerade aufkommenden Genre hätten machen können. Heute mag der Sound zwar nichts neues sein, aber die Räudigkeit der Band ist beachtlich und macht sie zu den wilden Schmuddelkindern mit denen die später gecasteten Gel-Haar-Metaller nicht spielen wollten.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 28.08.2010
Folkilsk (Björn Thorup)
L. Svartvén (Dennis Larsson)
Kallbrand (Gustaf Sundin), L. Svartvén
Skadeglade (Matthias Svensson)
Unexploded Records
32:55
26.06.2010