Eines schon mal vorweg: Ich nehme dieser griechischen Band durchaus ab, dass sie mit Herzblut bei der Sache ist und die Jungs ihre Musik mit Überzeugung so spielen, wie sie es für richtig halten. Weiterhin finde ich es völlig legitim, falls man auch als Konsument Spaß mit diesem Album hat.
Ich selbst hingegen finde den auf „Dead Again“ dargebotenen Thrash Metal absolut überflüssig. Dabei ist das Fehlen jeglicher Innovation nicht mal das allergrößte Problem, sondern vor allem der Mangel an hörenswerten Song-Ideen. Bei der einen oder anderen Passage mag das Imitieren diverser 80er-Thrash-Ikonen durchaus Charme haben („Bleeding Holocaust“, „Violent Abuse“), aber spätestens ab der Album-Mitte stellt sich dann akute Langeweile ein, da eigentlich jeder Song auf einem abgestandenen SLAYER-Riff basiert und sich sämtliche Refrains im x-fachem Chor-Gebell des jeweiligen Song-Titels erschöpfen. Hinzu kommt ein trockener, druckloser und unnütz auf alt getrimmter Sound.
Die bereits seit einiger Zeit dahinplätschernde Welle von Retro-Thrash-Bands versucht den Geist von 1986 wieder heraufzubeschwören, indem sie die Riffs, den Sound und sogar das Outfit ihrer großen Vorbilder bis ins Detail nachahmt. Allerdings haben sich die Zeiten nun mal geändert und deswegen gerät diese Retro-Attitüde letztlich zur sinnentleerten Folklore-Veranstaltung. Warum versuchen diese spieltechnisch beschlagenen Musiker nicht, den von ihnen so verehrten Musik-Stil weiter zu entwickeln und andere Einflüsse sinnvoll zu integrieren, anstatt Vergangenes eins zu eins zu kopieren? Das haben schließlich SLAYER und Konsorten damals schließlich auch nicht getan und eben deswegen waren/sind sie so wichtig.
FAZIT: Das Problem der SUICIDAL ANGELS ist, dass sie auch auf „Dead Again“ zu keiner Sekunde nach den SUICIDAL ANGELS klingen und diesen Makel noch nicht einmal mit durchgehend gutem Songwriting ausgleichen können. Da nützt auch Engagement und spielerisches Können nichts. In Hinblick auf die musikalische Substanz können auf jeden Fall sämtliche Kopisten den aktuellen Alben von FORBIDDEN, HEATHEN, EXODUS usw. nicht das Wasser reichen.
Punkte: 5/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 21.11.2010
Angel
Nick
Nick, Panos
Orfeas
Noise Art Records
40:01
19.11.2010