Kennste einen, kennste alle. Das wurde bereits beim ersten Hördurchgang des Erstlings dieser fünf Rock'n'Roller klar. Logisch, wenn sich eine Band für metallisch aufgebohrten Schaukel'n'Wälz-Sound entscheidet, ist der kreative Rahmen bereits im Vorhinein ziemlich begrenzt, doch anstatt aus den gegebenen Mitteln etwas zu machen, bringen SUPERCHARGER bis auf ein paar nette Ausreißer („Borderline“) leider nicht all zu viel Aufregendes auf die Reihe. Stimmung? Party? Eher Familienfeier. Mit Großeltern. Und ohne Alkohol.
Standard-Rotzrock-Riffs mit etwas Alibiklavier, Alibihammondorgel und Alibimundharmonika werden in teilweise ganz schön lahmarschige Songs gezwängt. In Songs, die vor Überraschungsarmut schon auf halber Strecke verkümmern und dem Zeigefinger so signalisieren, er möge sich doch bitte mal gen Skip-Taste bewegen – gerade bei Tiefpunkten wie „By Gold“ werden die Augenlider so richtig schwer. Auch Frontmann Mikkel Neperus weiß mit seinem monotonen, aufgesetzten, teilweise ganz schön nervig krakeelenden Organ keine wirklichen Akzente zu setzen – eher wirkt seine Dicke-Hose-Stimme wie Socken in der Unterbuchse.
Erschwerend kommt hinzu, dass der unpassende Tue Madsen-Sound auch das letzte Krümelchen Dreck mit Hochdruck aus den Ritzen bläst. Sowohl dem Album als auch dem Hörer geht die Puste sehr früh aus, sodass sich die rund fünfzig Minuten von „Handgrenade Blues“ zu einer wahren Geduldsprobe entpuppen.
FAZIT: Professionell, aber extrem entbehrlich.
Punkte: 6/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 24.02.2010
Brian Jensen
Mikkel Neperus
Thomas Buchwald, Thomas Pedersen
Benjamin Funk
Voices Music & Entertainment
50:17
12.03.2010