Um es gleich vorweg zu nehmen: Das Piraten-Image von SWASHBUCKLE ist nicht unbedingt ein besonders origineller Einfall gewesen. Da sich dieses aber weitgehend auf die Texte und das Bühnenoutfit beschränkt, finde ich es nicht so schlimm. Lediglich bei „Powder Keg” und “A Time Of Wooden Ships & Iron Men” setzt die Band das Freibeuter-Gedöns in Form von Schunkel-Parts und Seemanns-Oooohooo-Chören auch musikalisch um. Ansonsten dominiert brachialer und überwiegend sehr schneller Thrash-Metal, der eine deutliche Ostküsten-Schlagseite a la S.O.D., NUCLEAR ASSAULT und artverwandter Bands aufweist. Der Gesang von Admiral Nobeard schwankt zwischen kehligem Thrash-Gebell und Death Metall-artigem Geröchel. Stellenweise schlägt die Musik auch mal in Grindcore-Attacken um („To Steal a Life“).
Soweit die stilistische Einordnung. Bis etwa zur Hälfte der Spielzeit von „Crime Always Pays“ ist das Ganze eigentlich recht unterhaltsam. Mit „We Are The Storm ist der Band gar ein kleiner Hit gelungen. Doch mit zunehmender Spieldauer stellt sich dann ein wenig Langeweile ein. Zu sehr ähneln sich Riffs, Gesangslinien und Songaufbau bei vielen Stücken. Zwar versuchen SWASHBUCKLE mit Hilfe dreier etwas ruhigerer Instrumental-Stücke (inklusive Intro und Outro) etwas Abwechslung zu schaffen und gegen Ende finden sich auch wieder mehr zündende Ideen, aber ein etwas variableres Songwriting würde den Hörspaß des Albums doch deutlich steigern. Der Sound klingt angenehm unkünstlich, nur manchmal etwas matschig und undifferenziert.
FAZIT: Das dritte SWASHBUCKLE-Album ist ein durchaus ansprechendes Thrash-Album geworden, dem es allerdings etwa an Abwechslung mangelt. Das Image der Band ist sicher nicht der Weisheit letzter Schluss, verschafft der Band aber vermutlich mehr Aufmerksamkeit als gar keines.
Punkte: 9/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 02.09.2010
Admiral Nobeard
Admiral Nobeard
Commodore RedRum
Bootsmann Collins
Nuclear Blast
53:03
10.09.2010